Brot ist am Montagmorgen Mangelware. Dafür gibt es für die Tafel einige Kuchen. Für die Spenden der Backwaren geben Uwe Loeper und Günter Daub rote Kisten bei zwei Bäckereien in der Häfler Altstadt ab, die am nächsten Tag gefüllt abgeholt werden. „Wie viel genau gespendet wird, wissen wir natürlich nicht und es ist von Tag zu Tag unterschiedlich“, berichtet Marktleiter Günter Daub.

Die Tour der Friedrichshafener Tafel beginnt morgens um 8.15 Uhr: Der ehrenamtliche Mitarbeiter Uwe Loeper rollt die leeren roten Kisten in den Discounter.
Die Tour der Friedrichshafener Tafel beginnt morgens um 8.15 Uhr: Der ehrenamtliche Mitarbeiter Uwe Loeper rollt die leeren roten Kisten in den Discounter. | Bild: Claudia Wörner

Weiter geht die Runde zu den großen Discountern. Die Ehrenamtlichen der Tafel sind bekannt und werden von den Mitarbeitern im Supermarkt freundlich begrüßt. Mit flottem Schritt schieben Loeper und Daub einen Rollwagen mit Kisten in Richtung Lager. Hier sortieren sie Obst und Gemüse vom Wochenende aus, sollen die Kunden der Tafel doch ausschließlich einwandfreie Ware im Regal vorfinden.

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Bananen, Äpfel, Lauch, Eisbergsalat, Gurken und jede Menge Spargel packen die Männer in die Kisten. Was den Anforderungen nicht mehr entspricht, wandert noch vor Ort in die Tonne des Discounters.

Tafel Friedrichshafen

Nur einwandfreies Obst und Gemüse kommt vom Supermarkt in die Tafel

„Auf Wiedersehen“, klingt durch den Laden. Flugs sind die Kisten im Auto verstaut. Die Handgriffe sitzen bei dem eingespielten Duo. Im zweiten Supermarkt beginnt das Spiel von vorn. Gemüse in die Hand nehmen, ein prüfender Blick und die Entscheidung, ob es für Cent-Beträge in der Tafel verkauft werden kann. Eine einzelne Artischocke ist leider nicht mehr gut genug. Dafür stehen im Lager neben den Gemüsekisten zwei Eimer mit Schnittblumen zum Abholen bereit. „Darüber freuen sich unsere Kunden immer ganz besonders. Blumen sind für sie ein Luxusgut“, berichtet Daub. Für die fast frischen Tulpen- und Rosensträuße zahlen sie 30 Cent.

Über einen Blumenstrauß zum Preis von 30 Cent freuen sich die Kunden der Tafel ganz besonders. Sind Schnittblumen für sie doch ein Luxusgut.
Über einen Blumenstrauß zum Preis von 30 Cent freuen sich die Kunden der Tafel ganz besonders. Sind Schnittblumen für sie doch ein Luxusgut. | Bild: Claudia Wörner

Nach drei weiteren Stopps an einem Bioladen, einer Tankstelle und einer Metzgerei kommen Daub und Loeper eine gute Stunde später wieder bei der Tafel an. Beim Ausladen arbeiten sie Hand in Hand. Auch jetzt sollte es flott gehen, denn um 10 Uhr öffnet sich die Ladentür der Tafel und bis dahin muss die Ware in die Regale eingeräumt sein.

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Frischwurst und Saiten gehen in der Tafel immer gut

Karin Maric hat bis zur Ladenöffnung die aufgeschnittene Wurst vom Metzger in Portionsbecher à 100 Gramm umgefüllt. „Das kaufen unsere Kunden immer gern, ebenso wie die Saitenwürste“, berichtet sie.

Auch Frischwurst gehört regelmäßig zum Angebot in der Tafel Friedrichshafen: Karin Maric portioniert den Aufschnitt in Becher, die günstig an die Kunden verkauft werden.
Auch Frischwurst gehört regelmäßig zum Angebot in der Tafel Friedrichshafen: Karin Maric portioniert den Aufschnitt in Becher, die günstig an die Kunden verkauft werden. | Bild: Claudia Wörner

Ein Teil vom Obst und Gemüse werde jedoch bis 11 Uhr zurückgehalten. „Es sollen ja alle Kunden die Chance auf etwas Frisches haben“, sagt Lydia Trienz beim Einräumen der Bananen.

Frisches Obst und Gemüse, das ohne die Tafel in der Tonne landen würde: Wenn um 10 Uhr die Kunden kommen, hat Lydia Trienz die Ware für den Verkauf vorbereitet und die Kisten gefüllt.
Frisches Obst und Gemüse, das ohne die Tafel in der Tonne landen würde: Wenn um 10 Uhr die Kunden kommen, hat Lydia Trienz die Ware für den Verkauf vorbereitet und die Kisten gefüllt. | Bild: Claudia Wörner

Rund 25 Ehrenamtliche engagieren sich aktuell in der Friedrichshafener Tafel, davon 18 Frauen. „Wir wären sehr froh über weitere Unterstützer, insbesondere über Fahrer und Beifahrer, die die Lebensmittel abholen“, sagt Elke Rumpf vom Vorstandsteam. Für diesen Job sei eine gewisse Fitness nicht schlecht, ergänzt Peter Schäfer, stellvertretender Marktleiter der Tafel.

Eine gewisse Fitness ist nicht schlecht: Elke Rumpf und Uwe Loeper laden Kisten in den tafeleigenen Kleintransporter.
Eine gewisse Fitness ist nicht schlecht: Elke Rumpf und Uwe Loeper laden Kisten in den tafeleigenen Kleintransporter. | Bild: Claudia Wörner

Von 7.30 bis 12.30 Uhr dauern die Einsätze von Fahrer und Beifahrer normalerweise. „Ideal ist, wenn jemand an einem Vormittag pro Woche Zeit hat. Wir sind aber flexibel“, sagt Schäfer. So sei es auch möglich, sich nur alle zwei oder vier Wochen für die Tafel zu engagieren.