Die Folgen des Krieges in der Ukraine und die Russland-Sanktionen treffen die deutsche Wirtschaft laut einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) umfassend. Nur ein Fünftel der Unternehmen spürt demnach gar keine Auswirkungen. In der bundesweiten Blitzbefragung, an der einem Pressetext der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) zufolge 3700 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen teilgenommen haben, sehen sich 78 Prozent der Betriebe vom Krieg und seinen Folgen geschäftlich betroffen.

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88 Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben beteiligt

Die Blitzumfrage wurde laut IHK im Zeitraum vom 15. bis 17. März gemacht. Bundesweit haben branchenübergreifend insgesamt 3700 Unternehmen teilgenommen. Aus der Region Bodensee-Oberschwaben haben sich 88 Unternehmen beteiligt. Bei den Fragen nach den wirtschaftlichen Folgen und den unternehmerischen Maßnahmen waren Mehrfachantworten zugelassen

Im Trendergebnis der industriegeprägten Region Bodensee-Oberschwaben geben der IHK zufolge 82 Prozent der befragten Unternehmen an, betroffen zu sein: davon 31 Prozent direkt durch den Krieg oder die Sanktionen und rund 51 Prozent indirekt, beispielsweise steigende Preise, Lieferengpässe oder Transportprobleme. Lediglich 18 Prozent der befragten Unternehmen in der Region spüren bislang keine Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen.

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Krisenstimmung etwa in Verkehrs- und Logistikbranche

Im regionalen Stimmungsbild mit starker Umfragebeteiligung der Industrie nennen neun von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbaren Effekt im eigenen Betrieb, heißt es weiter. Bei der auf Energie und Rohstoffe angewiesenen Industrie sowie in der Verkehrs- und Logistikbranche herrsche dementsprechend Krisenstimmung.

76 Prozent berichten laut Mitteilung von höheren Kosten für Rohstoffe und Vorleistungen. Eine gestörte Lieferkette und Logistik (67 Prozent) sowie fehlende Rohstoffe und Vorleistungen (59 Prozent) gehörten ebenfalls zu den meistgenannten Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen, welche die regionale Wirtschaft enorm belasten. Jedes vierte Unternehmen in der Region beklage den Verlust von Geschäftspartnern (25 Prozent) oder musste seine Produktion reduzieren oder stoppen (26 Prozent).

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Konsequenzen: Preiserhöhungen und Lieferantensuche

Infolge des Krieges werden laut IHK Maßnahmen von den Unternehmen ergriffen oder geplant: die Weitergabe von Preissteigerungen an Kunden (62 Prozent), eine erhöhte Lagerhaltung (43 Prozent) und die Suche nach neuen Lieferanten (34 Prozent). Lediglich zwölf Prozent gaben an, noch keine Maßnahmen zu ergreifen oder zu planen.