Die Beurteilung der Geschäftslage fällt aktuell noch gut aus – allerdings ist nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben bereits eine Eintrübung der Erwartungen zu erkennen, so das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage. An der Frühjahrsbefragung haben sich laut IHK-Mitteilung 215 Unternehmen aus der Region beteiligt. Dabei werden diese zu ihrer aktuellen Geschäftslage und der Entwicklung von Umsatz und Ertrag in den vergangenen vier Monaten befragt, aber auch Fragen zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten gestellt.

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„Die konjunkturelle Lage hat sich seit Jahresbeginn in der Region verbessert. Die Industrieunternehmen konnten trotz des Ukraine-Kriegs und dessen Folgen noch etwas zulegen. Gleichzeitig wirken die Lockerungen der Corona-Maßnahmen belebend auf den Umsatz im stationären Einzelhandel oder bei Dienstleistern wie der Gastronomie“, fasst IHK-Präsident Martin Buck die Ergebnisse zusammen. Rund 55 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage darin als gut, etwa 35 Prozent als befriedigend, unverändert knapp zehn Prozent sehen sich in einer schlechten Geschäftslage.

IHK-Präsident Martin Buck
IHK-Präsident Martin Buck | Bild: Lorenz Bee

Die momentan noch stabile Lage zeige sich unter anderem darin, dass die Unternehmen ihre Beschäftigungspläne aktuell noch nicht nach unten korrigiert haben. Bei den Investitionen lässt sich eine leichte Zurückhaltung ablesen, aber immer noch 73 Prozent planen mit gleichbleibenden oder steigenden Investitionen. Die Rahmenbedingungen insgesamt verschärfen sich allerdings zunehmend: Mittlerweile sehen rund 80 Prozent aller Unternehmen die Energiepreise als Hauptrisiko für ihre weitere Geschäftsentwicklung, die Rohstoffpreise liegen mit 70 Prozent der Nennungen auf Platz zwei. Der Fachkräftemangel rückt laut IHK-Ergebnissen etwas zurück, bleibt aber weiterhin mit 64 Prozent der Nennungen im Blick der Unternehmen.

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Angesichts dieser Risiken trüben sich die Erwartungen aber deutlich ein, so die IHK. „Unsere Erwartungen gehen ganz klar dahin, dass die konjunkturelle Erholung in der Region stark gefährdet ist. Es ist kaum abschätzbar, wie sehr die Krise unsere Wirtschaft noch treffen wird“, so der IHK-Präsident: „Gerade die massiven Preissteigerungen bei für die Industrie lebenswichtigen Rohstoffen, der Stress auf die Lieferketten und die unabsehbaren Folgen für diese durch den aktuellen Lockdown in Shanghai, die hohe Inflation und obendrauf noch das drohende Ende der Versorgung mit gut bezahlbarem Gas aus Russland bedrohen die Erholung nach der Coronakrise aktuell massiv.“ Umso wichtiger sei es, so viel Stabilität wie möglich in alle beeinflussbaren Rahmenbedingungen zu bringen.