Gemeinsam mit den Querdenken-Initiativen aus Überlingen, Darmstadt und Wiesbaden wurde am 4. Oktober zum Protest gegen die Corona-Maßnahmen des Bundes aufgerufen. Erster Redner war Julian Aicher, Neffe der Geschwister Scholl. Den Besuchern wurde empfohlen, keine Corona-Maske zu tragen. Die Veranstaltung verlief friedlich, es gab eine kleine Gegendemonstration.
Versammlungsleiter Udo Daecke eröffnete um 11.55 Uhr am Sonntag in Salem-Mimmenhausen die Kundgebung der Querdenken-Initiative. Rechts im Bild Ulla Plapp von der Querdenken-Gruppe aus Darmstadt, die die Kundgebung in Salem mitorganisierte.
Bild: Hilser, Stefan

Versammlungsleiter Udo Daecke eröffnete um 11.55 Uhr am Sonntag in Salem-Mimmenhausen die Kundgebung der Querdenken-Initiative. Rechts im Bild Ulla Plapp von der Querdenken-Gruppe aus Darmstadt, die die Kundgebung in Salem mitorganisierte.

Kundgebung der Querdenken-Initiative am 4. Oktober in Salem-Mimmenhausen: Während es hier friedlich zuging, habe die Kundgebung in Konstanz mit „aggressiven“ Gegendemonstranten zu kämpfen, sagte Chris Barth von der Querdenken-Initiative Darmstadt, die die Kundgebung in Salem mitorganisierte.
Bild: Hilser, Stefan

Kundgebung der Querdenken-Initiative am 4. Oktober in Salem-Mimmenhausen: Während es hier friedlich zuging, habe die Kundgebung in Konstanz mit „aggressiven“ Gegendemonstranten zu kämpfen, sagte Chris Barth von der Querdenken-Initiative Darmstadt, die die Kundgebung in Salem mitorganisierte.

Chris Barth forderte die Versammlung in Salem  zum kurzen schweigen und gedenken  auf, „so schicken wir einen Energiestrahl über den See“. Von Salem gehe so „eine göttliche Kraft“ aus, zur Befriedung der Situation in Konstanz. Vom Querdenken-Team Heilbronn ermunterte eine Frau die Versammelten in Salem: „Der Himmel ist mit uns, die Engel sind mit uns, Gott ist mit uns. Es kann nichts mehr schief gehen.“ Sie wurde als Kirsten auf der Bühne angekündigt. Auf Frage nach ihrem Namen antwortete sie dem SÜDKURIER, dass sie ihn nicht nennen wolle, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht habe „mit tendenziöser Berichterstattung“.
Bild: Hilser, Stefan

Chris Barth forderte die Versammlung in Salem zum kurzen schweigen und gedenken auf, „so schicken wir einen Energiestrahl über den See“. Von Salem gehe so „eine göttliche Kraft“ aus, zur Befriedung der Situation in Konstanz. Vom Querdenken-Team Heilbronn ermunterte eine Frau die Versammelten in Salem: „Der Himmel ist mit uns, die Engel sind mit uns, Gott ist mit uns. Es kann nichts mehr schief gehen.“ Sie wurde als Kirsten auf der Bühne angekündigt. Auf Frage nach ihrem Namen antwortete sie dem SÜDKURIER, dass sie ihn nicht nennen wolle, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht habe „mit tendenziöser Berichterstattung“.

Julian Aicher war Redner bei der Querdenken-Kundgebung in Salem-Mimmenhausen. Er betonte, dass er nur Zeichen des Friedens gesehen habe, auf allen 19 Kundgebungen, die er bislang besucht habe. Fahnen oder Zeichen, die auf rechtsradikales Gedankengut hinweisen, habe er nirgends gesehen.
Bild: Hilser, Stefan

Julian Aicher war Redner bei der Querdenken-Kundgebung in Salem-Mimmenhausen. Er betonte, dass er nur Zeichen des Friedens gesehen habe, auf allen 19 Kundgebungen, die er bislang besucht habe. Fahnen oder Zeichen, die auf rechtsradikales Gedankengut hinweisen, habe er nirgends gesehen.

In einem Manifest fordert die Querdenken-Initiative „die volle Wiederherstellung der ersten 20 Artikel im Grundgesetz“.
Bild: Hilser, Stefan

In einem Manifest fordert die Querdenken-Initiative „die volle Wiederherstellung der ersten 20 Artikel im Grundgesetz“.

Mit Bezug auf seine Mutter, Inge Aicher-Scholl, begründete Julian Aicher seine „Traditionslinie“, wonach er aufbegehre, um für die vollkommene Wiederherstellung der Grundrechte einzutreten. Er zitierte aus einer von Bundespräsident Steinmeier 2019 unterschriebenen Schrift, wonach bürgerschaftliches Engagement und entschiedenes Eintreten für die Grundrechte wichtig sei. Was Steinmeier vor einem Jahr schrieb, könne heute als „Grußwort“ zur Kundgebung gelten.
Bild: Hilser, Stefan

Mit Bezug auf seine Mutter, Inge Aicher-Scholl, begründete Julian Aicher seine „Traditionslinie“, wonach er aufbegehre, um für die vollkommene Wiederherstellung der Grundrechte einzutreten. Er zitierte aus einer von Bundespräsident Steinmeier 2019 unterschriebenen Schrift, wonach bürgerschaftliches Engagement und entschiedenes Eintreten für die Grundrechte wichtig sei. Was Steinmeier vor einem Jahr schrieb, könne heute als „Grußwort“ zur Kundgebung gelten.

„Ich ziehe keine Vergleiche mit den Leiden der Weißen Rose“, sagte Julian Aicher, der als erster Redner angekündigt wurde mit dem Hinweis, dass er der Neffe von Hans und Sophie Scholl ist. Die, die jetzt gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, riskierten wenig, betonte er. Er empfinde jedoch, dass durch die Covid-Maßnahmen die Würde des Menschen eingeschränkt werde.
Bild: Hilser, Stefan

„Ich ziehe keine Vergleiche mit den Leiden der Weißen Rose“, sagte Julian Aicher, der als erster Redner angekündigt wurde mit dem Hinweis, dass er der Neffe von Hans und Sophie Scholl ist. Die, die jetzt gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren, riskierten wenig, betonte er. Er empfinde jedoch, dass durch die Covid-Maßnahmen die Würde des Menschen eingeschränkt werde.

Für Julian Aicher, den Neffen der Geschwister Scholl, die für ihren Widerstand im Nazi-Regime hingerichtet wurden, war die Salemer Kundgebung die 19., an der er als Redner teilnahm. Er sei nicht Mitglied der Querdenken-Initiative, fühle sich ihr aber verbunden und sei ihr dankbar.
Bild: Hilser, Stefan

Für Julian Aicher, den Neffen der Geschwister Scholl, die für ihren Widerstand im Nazi-Regime hingerichtet wurden, war die Salemer Kundgebung die 19., an der er als Redner teilnahm. Er sei nicht Mitglied der Querdenken-Initiative, fühle sich ihr aber verbunden und sei ihr dankbar.

Kundgebung der Querdenken-Initiative am 4. Oktober in Salem-Mimmenhausen.
Bild: Hilser, Stefan

Kundgebung der Querdenken-Initiative am 4. Oktober in Salem-Mimmenhausen.

Zweiköpfige Gegendemonstration: Petra und Johannes Hluchnik aus Daisendorf bei Meersburg hielten Plakate in die Höhe, auf denen stand: „Kein Platz für Nazis“ und „Nie wieder / Keine Bühne der AfD“.
Bild: Hilser, Stefan

Zweiköpfige Gegendemonstration: Petra und Johannes Hluchnik aus Daisendorf bei Meersburg hielten Plakate in die Höhe, auf denen stand: „Kein Platz für Nazis“ und „Nie wieder / Keine Bühne der AfD“.

Petra und Johannes Hluchnik wurden umringt und von Teilnehmern der „Querdenken“-Kundgebung. Es gebe keine Unterwanderung von rechts, und es seien auf ihren Kundgebungen auch nie rechtsextrem eingestelle Personen gesehen worden. Gregor Baiker, der die Kundgebung in Salem angemeldet hatte, machte von seinem Hausrecht gebrauch und verwies das Paar aus Daisendorf des Platzes. Johannes Hluchnik kommentierte die Reaktionen mit den Worten: „Getroffene Hunde bellen.“
Bild: Hilser, Stefan

Petra und Johannes Hluchnik wurden umringt und von Teilnehmern der „Querdenken“-Kundgebung. Es gebe keine Unterwanderung von rechts, und es seien auf ihren Kundgebungen auch nie rechtsextrem eingestelle Personen gesehen worden. Gregor Baiker, der die Kundgebung in Salem angemeldet hatte, machte von seinem Hausrecht gebrauch und verwies das Paar aus Daisendorf des Platzes. Johannes Hluchnik kommentierte die Reaktionen mit den Worten: „Getroffene Hunde bellen.“

Axel Wucherer aus Überlingen betrachtet sich als „Linksliberal“ und betont, dass er auf einer Kundgebung der Querdenken-Initiative noch nie rechtsradikalem Gedankengut begegnet sei. Er wehre sich deshalb dagegen, dass dieser Vorwurf von anderen pauschal erhoben werde. Zur Kundgebung nach Salem sei er gekommen, weil er durch die Corona-Maßnahmen die Meinungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und das Grundrecht auf Freizügigkeit als „sehr stark eingeschränkt“ betrachte. Die Tests zu Covid-19 seien „nicht validiert“, es würde aber über „Schicksale entschieden“, wenn jemand in die Quarantäne geschickt wird, so sein Vorwurf.
Bild: Hilser, Stefan

Axel Wucherer aus Überlingen betrachtet sich als „Linksliberal“ und betont, dass er auf einer Kundgebung der Querdenken-Initiative noch nie rechtsradikalem Gedankengut begegnet sei. Er wehre sich deshalb dagegen, dass dieser Vorwurf von anderen pauschal erhoben werde. Zur Kundgebung nach Salem sei er gekommen, weil er durch die Corona-Maßnahmen die Meinungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und das Grundrecht auf Freizügigkeit als „sehr stark eingeschränkt“ betrachte. Die Tests zu Covid-19 seien „nicht validiert“, es würde aber über „Schicksale entschieden“, wenn jemand in die Quarantäne geschickt wird, so sein Vorwurf.

Da kommt der Musiker Jens Eloas Lachenmayr mit dem Auto zur Kundgebung nach Salem gefahren. Er war spät dran, sein Auftritt musste nach hinten geschoben werden. Am Wochenende vom 3. und 4. Oktober fanden zahlreiche Kundgebungen in der Region statt. In Salem blieb sie friedlich, die Veranstalter wiesen mehrfach darauf hin, dass man Abstand halten solle. Das Landratsamt riet in seiner Genehmigung dazu, Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Veranstalterin Ulla Plapp von der Querdenken-Initiative sagte: „Wir empfehlen den Verzicht.“ Denn „Experten“, die sie namentlich nicht nannte, würden vor Gesundheitsgefahren durch das Tragen der Maske warnen.
Bild: Hilser, Stefan

Da kommt der Musiker Jens Eloas Lachenmayr mit dem Auto zur Kundgebung nach Salem gefahren. Er war spät dran, sein Auftritt musste nach hinten geschoben werden. Am Wochenende vom 3. und 4. Oktober fanden zahlreiche Kundgebungen in der Region statt. In Salem blieb sie friedlich, die Veranstalter wiesen mehrfach darauf hin, dass man Abstand halten solle. Das Landratsamt riet in seiner Genehmigung dazu, Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Veranstalterin Ulla Plapp von der Querdenken-Initiative sagte: „Wir empfehlen den Verzicht.“ Denn „Experten“, die sie namentlich nicht nannte, würden vor Gesundheitsgefahren durch das Tragen der Maske warnen.

Ein  Teilnehmer mit Zitat von Sophie Scholl (Weiße Rose).
Bild: Mardiros Tavit

Ein Teilnehmer mit Zitat von Sophie Scholl (Weiße Rose).

Auf 600 Teilnehmer schätzt der Veranstalter die Personenzahl bei der Kundgebung in Mimmenhausen.
Bild: Mardiros Tavit

Auf 600 Teilnehmer schätzt der Veranstalter die Personenzahl bei der Kundgebung in Mimmenhausen.

Forderungen an die Verantwortlichen und Gedanken der Demonstranten.
Bild: Mardiros Tavit

Forderungen an die Verantwortlichen und Gedanken der Demonstranten.

Teilnehmer der Kundgebung in Salem-Mimmenhausen.
Bild: Mardiros Tavit

Teilnehmer der Kundgebung in Salem-Mimmenhausen.

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