Unten die Nebelsuppe über dem Bodensee und oben herrlich blauer Himmel, Sonnenschein und eine glitzernd weiße Schneedecke: So sieht ein idealer Wintertag auf dem Pfänder aus. Die Sache mit dem blauen Himmel, der Sonne und der Aussicht funktioniert noch, aber eine dichte Schneedecke, die sogar noch zum Skifahren reicht? Die gibt es auf dem Pfänder nur noch selten. Der Klimawandel, er verändert die Region und seine Wirtschaft nachhaltig. So auch den Pfänder und damit das Skigeschäft der Pfänderbahn AG.

Schlittenfahren oder mit den Tourenskiern fahren – das wird an schneereichen Tagen auf dem Pfänder weiterhin funktionieren, auch ...
Schlittenfahren oder mit den Tourenskiern fahren – das wird an schneereichen Tagen auf dem Pfänder weiterhin funktionieren, auch ohne Lifte. Dieses Bild stammt aus dem Winter 2021. | Bild: Susanne Hogl

Rund 70 Jahre zogen die Pfänder-Skilifte Skifahrer den Berg hinauf. Auch für viele Menschen aus dem Bodenseekreis war der Pfänder lange der Hausberg, an dem man als Kind Skifahren lernte. Besonders in den 1970er und 1980er Jahren fuhren Hunderte auf der Piste. Doch damit ist bereits seit der vergangenen Saison Schluss, denn der Betrieb der drei Lifte am Pfänder ist längst eingestellt. Jetzt wurden die drei Liftanlagen abgebaut – und die lange Ära des Skifahrens am Pfänder hat endgültig ein Ende.

Die Skilifte an der Pfänderbahn wurden Anfang Oktober 2022 komplett abgebaut.
Die Skilifte an der Pfänderbahn wurden Anfang Oktober 2022 komplett abgebaut. | Bild: Pfänderbahn

Verluste in Millionenhöhe

Der Grund: Der Betrieb rechnet sich schon lange nicht mehr. So fuhren die Lifte nach Auskunft der Pfänderbahn AG im Winter 2021 gerade mal sechs Tage, 2020 keinen einzigen. Man muss kein Betriebswirt sein, um zu ahnen, welch Verlustgeschäft dahinter steckt. „Wir haben die Einstellung seit nunmehr 20 Jahren in Betracht gezogen“, erklärt Thomas Kinz, Vorstand der Pfänderbahn, auf SÜDKURIER-Anfrage. Aufgrund der hohen jährlichen Verluste sei ein Weiterbetrieb nicht mehr vertretbar. Im ORF spricht Kinz über Verluste in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro in den letzten Jahren.

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Auch wenn die Entscheidung der Pfänderbahn AG schon lange bekannt war, lösen die Bilder des Liftabbaus im sozialen Netzwerk Facebook Trauer und Wehmut aus. „Hätte die Pfänderbahn kein Flutlicht für Nacht-Ski installieren können?“, fragt ein Nutzer. Die Antwort der Pfänderbahn AG ist eindeutig: „In Zeiten wie diesen, wo jeder von Energiesparen redet, sollen wir Flutlicht bauen? Und einen Rückbringer? Und dann brauchst noch eine Schneekanone. Das ist vorbei.“

Haben Sie auch am Pfänder Skifahren gelernt? So sahen die Lifte vor dem Abbau aus.
Haben Sie auch am Pfänder Skifahren gelernt? So sahen die Lifte vor dem Abbau aus. | Bild: Pfänderbahn

Kinz formuliert es so: „Die Pfänderbahn AG steht für Nachhaltigkeit und energiebewusste Grundhaltung. Daher waren sowohl mechanische Schneeerzeugung als auch Flutlicht mit unseren Grundsätzen, die uns allen als Mitarbeiter und selbstverständlich auch den Eigentümern ein persönliches Anliegen sind, unvertretbar.“ Viele Rückmeldungen in den sozialen Netzwerken fallen auch positiv aus, der Pfänderbahn AG wird zu ihrem Mut gratuliert. Die geplante Renaturierung auf der einstigen Skihänge wird gelobt.

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Die Pfänderbahn fährt weiter

Die eigentliche Pfänderbahn, also die Gondel, die Sommer wie Winter, Besucher aus Bregenz auf den Hausberg bringt, fährt weiterhin. Außerdem erreicht man den Pfänder über den Wanderparkplatz – und natürlich zu Fuß. Den idealen Wintertag auf dem Pfänder wird es also weiter geben, allerdings nicht für Skifahrer, es sei denn sie fahren Tourenski.