Jetzt ist der Freispruch rechtskräftig: Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil des Landgerichts Ravensburg vom März dieses Jahres bestätigt, wonach ein 28-jähriger Mann aus Notwehr handelte, als er seinen 34-jährigen Kontrahenten in der Nacht zum 1. Juli 2020 mit 15 Messerstichen in einer Gemeinschaftsunterkunft in Meckenbeuren-Kehlen tötete.

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Die Ravensburger Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags gefordert. Nach dem Freispruch wollte sie das Urteil mit der Revision anfechten, machte aber einen überraschenden Rückzieher, da die schriftliche Urteilsbegründung offenbar so überzeugend war, dass ihrer Revision keine Aussicht auf Erfolg eingeräumt wurde. Auch die Mutter des getöteten Mannes muss sich damit abfinden, dass die Tat ungesühnt bleibt. Ihre Revision wurde vom BGH „als unbegründet“ verworfen.

Auf freiem Fuß ist der vom BGH Freigesprochene aber trotzdem nicht: Wegen anderer Straftaten hat ihn das Schöffengericht Tettnang im November zu einer mehr als zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Solange dieses Urteil nicht rechtskräftig ist, sitzt er weiter in Untersuchungshaft.