Laue Abende, monatelang bestes Badewetter und viel, viel Sonnenschein. Am Bodensee lässt es sich derzeit wunderbar aushalten, wenn die anhaltend warmen Temperaturen in Kombination mit dem Niedrigwasser nicht die Algenbildung in einzelnen Uferbereichen unterstützen würden.

Bodensee ist immer ein Tipp für heiße Sommertage

Besonders in Langenargen hat sich die fädige Grünalge immer weiter am Ufer ausgebreitet. Und auch in Friedrichshafen ist sie an einigen Stellen zu finden. Ute Stegmann, Geschäftsführerin von Deutsche Bodensee Tourismus (DBT) ist wichtig zu ergänzen, dass der Bodensee nach wie vor ein „erfrischender Tipp für heiße Sommertage“ sei. Sie möchte klarstellen, dass das Niedrigwasser das Problem der Algenbelastung längst nicht in allen Seegemeinden verursacht.

Am DLRG-Strand bei Langenargen hat sich ein Algenteppich gebildet.
Am DLRG-Strand bei Langenargen hat sich ein Algenteppich gebildet. | Bild: Lukas Ondreka

In der Region seien nahezu alle Arten von Wassersport möglich, zum Beispiel das Stand-up-Paddling (SUP), Segeln, Tauchen, Tretbootfahren und vieles mehr. Es gibt rund 50 Badestellen zu besuchen. Außerdem betont Stegmann, dass die vermehrt auftretenden Grünalgen laut Landratsamt kein gesundheitliches Risiko für die Menschen darstellen. „Diese Unsicherheit möchten wir den Gästen nehmen“, sagt sie.

Ute Stegmann, Geschäftsführerin Deutsche Bodensee Tourismus
Ute Stegmann, Geschäftsführerin Deutsche Bodensee Tourismus | Bild: Benjamin Schmidt

Langenargen geht mit der Algen-Problematik offen um

In Langenargen geht die Gemeinde offen mit der Situation um. „Wir möchten transparent informieren und erklären, wie die Lage ist“, sagt Tourismuschef Alexander Trauthwein. Nicht alle Bereichen seien von der Grünalge betroffen, betont er. „Es gibt weiterhin viele Stellen in Langenargen, wo man baden kann“, so der Tourismuschef.

Während man am DLRG-Strand aufgrund der Algenbildung derzeit nicht ins Wasser sollte, kann beispielsweise das Strandbad besucht und Badespaß genossen werden. „Den Bereich am Strandbad versuchen wir so gut wie möglich sauber zu halten“, sagt Trauthwein. Er berichtet, dass sich die Touristen weiterhin die schönen Ecken aussuchen. Und davon gibt es in Langenargen jede Menge.

Alexander Trauthwein, Tourismus-Chef in Langenargen
Alexander Trauthwein, Tourismus-Chef in Langenargen | Bild: Gemeinde Langenargen

Nahezu alle Unterkünfte in Kressbronn ausgebucht

Kressbronn ist auf Grund eines sehr steinigen Bodens nicht von einer Algenproblematik betroffen. „Da wir keine Probleme mit der Wasserqualität haben, gehen unsere Gäste nach wie vor gerne in den See. Aber auch die anderen Attraktionen sind gut besucht“, so Ronja Riedlinger von der Touristinformation. Das Naturstrandbad lädt mit einer parkähnlichen Liegewiese zum Verweilen auch am Ufer ein. Nahezu alle Unterkünfte in Kressbronn am Bodensee sind laut Riedlinger ausgebucht, nur vereinzelnd gibt es freie Kapazitäten. Die Nachfrage sei aktuell sehr hoch.

Ronja Riedlinger, Sachgebietsleitung Tourismus und Marketing in Kressbronn
Ronja Riedlinger, Sachgebietsleitung Tourismus und Marketing in Kressbronn | Bild: Gemeinde Kressbronn a. B.

Hohe Nachfrage bei SUP-Verleih und Wasserfahrrädern in Immenstaad

Bei „Käpt‘n Golf“ im Immenstaad können Kajaks, Kanus und SUPs gemietet werden. Laut Karin Hütter ist die Nachfrage sehr gut, bei den SUPs laufe es „sensationell“. „Viele paddeln auf den See raus und gehen dann dort schwimmen“, sagt Hütter. Unabhängig vom Wasserstand und der Grünalge ist sie mit dem Verlauf der Saison zufrieden. „Bei uns ist alles im grünen Bereich, wir können sogar eine leichte Steigerung zum Vorjahr feststellen“. Das bestätigt auch ihre Kollegin Samira Stritzel, die von einer sehr guten Saison spricht.

Samira Stritzel von „Käpt‘n Golf“ im Immenstaad verleiht SUPs. Die Nachfrage ist sehr groß.
Samira Stritzel von „Käpt‘n Golf“ im Immenstaad verleiht SUPs. Die Nachfrage ist sehr groß. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Nur wenige Meter entfernt verleiht Peter Berger Wasserfahrräder. Er berichtet, dass es im Uferbereich in diesem Jahr auffällig viel Seegras gebe. „Ich habe schon den Eindruck, dass weniger Menschen baden gehen“, sagt Berger. Sein Verleih laufe gut, er muss allerdings mit den Fahrrädern weiter rauslaufen, bis das Wasser tief genug sei. Familien lässt er derzeit nicht auf die Fahrräder. „Mit Kindern kann man nicht so weit herausfahren“, erklärt er. Berger hat noch eine zweite Verleih-Station in Bodman. Dort seien die Bedingungen derzeit besser.

Mit den Bedingungen in Immenstaad ist Familie Berger/Bihl aus Dunningen bei Rottweil vollends zufrieden. Sie macht in Immenstaad zehn Tage Urlaub und ist vom Strand und der Wasserqualität begeistert. „Es ist sehr schön hier, nicht überlaufen und wir genießen die Zeit“, sagt Urlauber Peter Berger. Seine Tochter Helena Bihl war gerade mit den Kindern schwimmen. „Wir können es uns nicht besser vorstellen“, sagt sie.

Tourist Peter Berger aus Dunningen bei Rottweil urlaubt mit der Familie in Immenstaad, hier mit den Enkelkindern Anni, Emil, Kilian und ...
Tourist Peter Berger aus Dunningen bei Rottweil urlaubt mit der Familie in Immenstaad, hier mit den Enkelkindern Anni, Emil, Kilian und Janosch. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Gute Wasserqualität auch in Friedrichshafen und Meersburg

Auch in Friedrichshafen und Meersburg können Touristen und Anwohner ungetrübten Badespaß genießen. Im Strandbad und im Freibad Fischbach ist das Baden im See möglich. Viele Besucher nutzen im Strandbad den Steg, um ins tiefere Wasser zu gelangen, teilt Pressesprecherin Andrea Kreuzer mit. Auch im Frei- und Seebad Fischbach sei das Baden im See möglich. Die Wasserqualität des Bodensees ist laut Stadt sehr gut. Sie wird regelmäßig vom Landratsamt geprüft.

In Meersburg gibt es verschiedene Badestellen und Strände, von denen aus im Bodensee gebadet werden kann, beispielsweise die Wiese am Rondell direkt neben der Meersburg Therme. „Wir stellen bei uns keine Beeinträchtigung fest, es gehen nicht weniger Menschen zum Baden in den See“, sagt Tourismuschef Tobias Stoiber.

Tobias Stoiber, Tourismuschef Meersburg
Tobias Stoiber, Tourismuschef Meersburg | Bild: Lorna Komm (lko)

Das Wasser ist in Meersburg oft schon im Uferbereich relativ tief und daher nicht so von Algen betroffen wie andere Uferbereiche. Auch gebe es weiterhin eine hohe Nachfrage nach Urlauben beziehungsweise Übernachtungen. „Eine Unsicherheit können wir bei den Gästen nicht feststellen“, so Stoiber.