Der Altbau des Landratsamts in der Glärnischstraße aus den 70er Jahren soll einem Neubau weichen. Nach der Entscheidung des Kreistags im Juli diesen Jahres stehen die Planungsentwürfe für die Entwicklung des Standorts. Über den Bebauungsplan entscheidet der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen. Am 22. November steht im Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss für das Bauvorhaben auf der Tagesordnung. Der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt (PBU) hat die Pläne in seiner jüngsten Sitzung vorberaten.

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Begonnen werden soll im Bauabschnitt eins nördlich der Glärnischstraße auf einem unbebauten Grundstück. Dort soll die Rettungsleitstelle einziehen, zudem sind eine Kita, Wohnungen und eine Tiefgarage mit 225 Parkplätzen geplant. Für Bauabschnitt zwei umfasst die Planung ein neues Verwaltungsgebäude. In den Bauabschnitten drei und vier sollen weitere Büroflächen entstehen.

Christoph Keckeisen, Erster Landesbeamter im Bodenseekreis, warb im Häfler Ausschuss für die Schaffung des Baurechts. Die Höhenentwicklung habe man im Blick, bei der Nord-Süd-Belüftung und der Begrünung habe man nachgearbeitet, betonte er im Gremium. Die Behörde habe einen ganz großen Platzbedarf und es sei zu erwarten, dass sie Aufgaben für die Verwaltungen sogar noch größer werden. „Wir haben also auch künftig den Bedarf“, so Keckeisen.

Philipp Fuhrmann vom Netzwerk für Friedrichshafen wollte wissen, ob eine „mehrstöckige Tiefgarage in der Hangböschung“ wirklich vertretbar sei. Soll so viel Stahlbeton in den Boden gerammt werden, um Parkflächen zu schaffen? „Das ist das Gegenteil von dem, was wir gerade rund um das Klimabudget besprochen habe“, kritisierte er.

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Ulrich Heliosch sah die verschachtelte Bauweise des Neubaus kritisch. „Wird das Gebäude nicht so wieder anfällig für Instandhaltungen?“, fragte er und ergänzte: „Ist es nicht so, dass man das bestehende Gebäude genau aus diesem Grund nicht sanieren kann?“ Und jetzt baue man genau wieder so – wie stehe es um die Nachhaltigkeit? Harald Betting vom Bau- und Liegenschaftsamt der Kreisbehörde betonte: „Wir haben hier die deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen einbezogen. Aus dem gesamten Abwägungsprozess heraus ist der Beschluss gefasst worden, mit welchen Gebäuden wir in Zukunft gehen wollen.“

Der Altbau zwischen Zeppelinstraße und Glärnischstraße auf einem Bild aus dem April 2021.
Der Altbau zwischen Zeppelinstraße und Glärnischstraße auf einem Bild aus dem April 2021. | Bild: www.flugundbild.de/Gerhard Plessing

Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung empfahl der Ausschuss die Aufstellung des Bebauungsplans. Der Gemeinderat stimmt am 22. November darüber ab. Dann könnte im Dezember 2021/Januar 2022 das Beteiligungsverfahren beginnen. Ein Entwurfsbeschluss wäre voraussichtlich im Herbst 2022 möglich.