Die Grippe hat es hart erwischt im vergangenen Jahr. Noch in der sechsten Kalenderwoche hatte sie den Bodenseekreis mit 184 Fällen so gründlich im Griff wie seit 20 Jahren nicht mehr. In der Folgewoche waren es laut Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Landkreis noch 176 – auch das ein 20-Jahres-Hoch.

So sank auch die Zahl der Grippeinfektionen

Aber in der achten Woche empfahl das Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung die ersten Infektionsschutzmaßnahmen gegen Covid-19: Abstand halten, Niesetikette, kein Händeschütteln und regelmäßiges Händewaschen. In den folgenden Wochen drei Wochen sank die Zahl der Grippeinfektionen im Bodenseekreis auf 27. Mit der Schließung von Grenzen, Schulen und Kultureinrichtungen ging sie auf sieben zurück. Nach dem ersten Lockdown ab dem 23. März hatte die Grippe ausgespielt.

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Diese Zahlen spiegeln den bundesweiten Trend dieser Monate. „In der vergleichenden Betrachtung der Grippewellen der letzten drei Saisons sind für 2020 das schnelle Abklingen der Influenzaaktivität und eine um mindestens zwei Wochen kürzere Dauer der Grippewelle auffällig“, urteilte das RKI. Dafür verantwortlich seien die bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, darunter vor allem die Schließung der Schulen.

Tee, heiße Zitrone, Honig: „Ausrüstung“ für Erkältung und Infekte.
Tee, heiße Zitrone, Honig: „Ausrüstung“ für Erkältung und Infekte. | Bild: Corinna Raupach

Auch hier sind Rückgänge zu verzeichnen

Andere Infektionskrankheiten hatten im Kreis ebenfalls schlechte Karten: die Kinderkrankheiten Keuchhusten und Masern wurden kein einziges Mal gemeldet. Es gab keine durch Salmonellen hervorgerufenen Magen-Darm-Entzündung, die Zahl der durch den Campylobacter verursachten Durchfallerkrankungen ging um ein Drittel zurück. Das Norovirus befiel nur 69 Personen im Vergleich zu 196 im Vorjahr und das Rotavirus konnte nur bei sechs statt bei 51 Menschen (2019) landen.

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Die Gründe für Arbeitsunfähigkeit zeigen ein ähnliches Bild. Die AOK Bodensee-Oberschwaben hat errechnet, dass die Krankmeldungen wegen Atemwegserkrankungen, Grippe und Darmkrankheiten auf 60 oder 70 Prozent der vergangenen Jahre gesunken sind.

Zahl der Krankmeldung niedriger als in Vorjahren

„Es scheint, dass die AHAL-Regeln dazu geführt haben, neben dem Corona-Virus auch andere typische Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte an ihrer weiten Verbreitung gehindert zu haben“, erläutert Peter Frost von der AOK Baden-Württemberg. Die Zahl der Krankmeldungen bei der AOK Bodensee-Oberschwaben lag insgesamt elf Prozent unter der der drei Vorjahre.