Nicht ins Franziskuszentrum zu gehen, ist für Sandra Schüssler alias Clownin Kleo überhaupt keine Option. Jeden Donnerstag setzen sie und ihr Kollege Hans im Glück (Carlos Lumbrera) nicht nur Masken, sondern auch die roten Clownsnasen auf und besuchen die Bewohner im Alten- und Pflegeheim in Friedrichshafen.

Angesichts eingeschränkter Kontakte werden die Clowns sehnsüchtig erwartet

Das geht auch in der Pandemie und gewinnt sogar an Bedeutung, denn je mehr die Kontakte eingeschränkt werden müssen, umso sehnsüchtiger werden die Clowns erwartet.

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„Unsere Erfahrung ist, dass die ganze Berufssparte noch mal eine ganz andere Anerkennung findet“, sagt Sandra Schüssler. Die Clowns vom Verein Rote Nasen sind speziell für den Einsatz unter Corona-Bedingungen geschult, tragen Handschuhe, halten Abstand und nutzen kleine Musikboxen, statt selbst zu singen.

Ein Besuch der Rote-Nasen-Clowns verbessert die Atmosphäre im ganzen Haus

„Der Abstand hat eine größere Auswirkung als der Mundschutz“, schildert Sandra Schüssler. Nicht nahe am Bett eines pflegebedürftigen Patienten stehen zu können oder ein Knuddeln auf „später“ verschieben zu müssen, ist auch für sie schwer. Trotzdem schaffen es die Beziehungskünstler mit großen Gesten und vollem Körpereinsatz, Momente zu verzaubern und immer wieder zu überraschen.

Im Franziskuszentrum profitiert auch das Personal von der guten Laune, die die Clowns verbreiten. „Wenn die Clowns da waren, spürt man eine Verbesserung der Atmosphäre im ganzen Haus“, sagt Einrichtungsleiter Daniel Höppner.

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„Die Lebenseinstellung des Clowns haben wir natürlich nicht nur, wenn wir spielen“, erklärt Sandra Schüssler. Für sie ist ein Glas grundsätzlich eher halb voll als halb leer und sie kann auf der Linie zwischen Mitleid und Mitgefühl immer auf der mitfühlenden Seite bleiben. So gelingt es, auch schwer Pflegebedürftigen oder Menschen mit fortgeschrittener Demenz Freude schenken.

Manchmal wird laut gelacht, manchmal sind die Clowns einfach nur da

„Solange ein Mensch noch lebt, gibt es diesen Funken, etwas Schönes erleben zu wollen, sich zu amüsieren und die Bereitschaft, sich nahe zu sein und einen Kontakt von Herz zu Herz zu haben“, fasst Schüssler die Erfahrung der Rote-Nasen-Clowns zusammen. Manchmal werde laut gelacht und manchmal seien die Clowns einfach nur da und bauen ganz subtil einen emotionalen Kontakt auf.

Deshalb haben Clownsbesuche einen wichtigen therapeutischen Wert. Sie sind so wichtig für das Gesundheitssystem, dass auch die Betriebskrankenkassen die Arbeit des gemeinnützigen Vereins der Roten Nasen unterstützen und diese so seit mehr als zwei Jahren in Friedrichshafen für gute Laune sorgen können.