Das Programm, das sich Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister da auferlegt hat, ist straff. Im Zwei-Stunden-Abstand besuchte Peter Hauk (CDU) allein am Montag vier Bauernhöfe in der Region, davon drei im Bodenseekreis. 20 Höfe stehen auf seiner Liste – und damit alle Landwirte, die bei der neuen Image-Kampagne seines Hauses mit ihrem Gesicht für Obst, Gemüse oder Fleisch aus der Region stehen.

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So wie Birgit Locher, die bereits mit Anfang 20 den Betrieb ihrer Eltern in Oberteuringen übernommen hat. 80 Muttersauen stehen im Stall, die Futter vom eigenen Hof mit 25 Hektar Ackerland fressen. Die Ferkel vermarktet die engagierte Bäuerin seit zwei Jahren über das „Hofglück“-Label.

Ferkelaufzucht mit Tierschutz-Label

Die Tiere werden nach der Premiumstufe des Tierschutzbundes aufgezogen, erzählt sie dem Minister. Sie behalten ihre Ringelschwänze, werden unter Narkose kastriert. Bringen die Schweinchen etwa 25 Kilo auf die Waage, übernimmt sie ein Mastbetrieb in der Nähe, der nach den gleichen Standards produziert. Das Fleisch landet bei Edeka-Märkten in der Theke. Regionaler geht‘s nicht.

Gut 20 Kilo bringen diese Ferkel auf die Waage, die sich im Außenstall des Hofs Locher auf Stroh noch fünf Kilo anfuttern, bis sie zum Mastbetrieb kommen.
Gut 20 Kilo bringen diese Ferkel auf die Waage, die sich im Außenstall des Hofs Locher auf Stroh noch fünf Kilo anfuttern, bis sie zum Mastbetrieb kommen. | Bild: Cuko, Katy

Viele Bauern seien aus dem Blickfeld der Verbraucher verschwunden, beklagte Peter Hauk, der an die Auseinandersetzungen zum Bienen-Volksbegehren im letzten Jahr erinnerte. Dabei sei es wichtig, dass die Leute wissen, wie die Landwirte „von daheim“ – so der Untertitel der Kampagne – produzieren. Deshalb soll die Aktion mit Plakaten und Videos Einblicke in Arbeit und Leben der Bauern geben, so Hauk.

Kontakt zum Verbraucher suchen

Sie suche diesen Kontakt zum Verbraucher, erklärte Birgit Locher, weil es eben nicht „die Bauern“ gebe genauso wenig wie „die Tierquäler“ oder „die Umweltverschmutzer“. „Wenn man uns persönlich kennt, sind die Vorwürfe dahin“, hofft die Landwirtin, die deshalb die Image-Kampagne unterstützt.

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Neben Birgit Locher geben auch Milchbauer Marc Gührer vom Schleinsee und der Tettnanger Spargelbauer Thomas Geiger zum Auftakt der Kampagne ihr Gesicht. Die Plakate werden aber auch viele andere Landwirte aus der Region ins rechte Licht setzen. In Zusammenarbeit mit den Bodenseebauern dient das Plakatmotiv als ideale Werbefläche für alle anderen Höfe, die sich unter dem Slogan „Wir versorgen unser Land“ präsentieren wollen. Nach Auskunft von Ingrid Martin vom Maschinenring Tettnang sind bereits 15 weitere Landwirte mit von der Partie, die ebenfalls diese Brücke zum Verbraucher schlagen wollen.

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