Eine positive Bilanz hat Landrat Lothar Wölfle bei seinem Lagebericht über den Umgang des Bodenseekreises mit der Corona-Pandemie gezogen – sowohl, was das Krisenmanagement seiner Behörde angeht, als auch, was das Resultat angeht. Sehr früh habe das auf zwischenzeitlich 40 Personen aufgestockte Team des Gesundheitsamtes auf ein konsequentes Kontaktpersonen-Management gesetzt. Wie aufwendig dies bisweilen sei, machte Wölfle an einem Beispiel deutlich. „Bei einem Bus voller Skifahrer hatte ein Teilnehmer hundert Kontaktpersonen genannt“, sagte der Landrat. „Die muss man dann möglichst schnell erreichen.“

Landkreis liegt mit Infektionsrate auf dem zweiten Platz im Land

Dass der Landkreis aktuell mit seiner Infektionsrate in Baden-Württemberg auf dem zweiten Platz hinter der Stadt Karlsruhe und kurz vor Konstanz „recht ordentlich liege“, sei allerdings „nicht nur unser Verdienst“. Unterstützend hinzugekommen sei möglicherweise zum einen die Nähe zu geschlossenen Grenzen mit einem begrenzten Austausch, zum anderen die Nähe zu den Bergen, die vielleicht manchen eher zu Tagesausflügen ohne riskanten Après-Ski ermuntert hätten.

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Landratsamt vergibt weiterhin Termine für Besuche

Dass nach zwei Tagen ohne neue Infektion am Mittwoch wieder ein Fall aufgetreten sein, trübte die Feude des Landrats etwas. Auch aus anderen Gründen könne sich das Landratsamt derzeit noch nicht ganz öffnen, sagte Wölfle, und werde weiterhin mit Terminen arbeiten. Dies geschehe auch aus Sicherheitsgründen. So sei die Behörde mit einem Vorfall konfrontiert gewesen, in dem ein „gewalttäiger Zeitgenosse“ aus Verärgerung fünf massive Steine durch eine Sicherheitsscheibe geworfen habe. „Da haben wir sogar Glück gehabt, dass eine Kollegin nicht getroffen wurde“, berichtete der Landrat. „Deshalb arbeiten wir nach wie vor mit einem Sicherheitsdienst.“

Künftig möglicherweise mehr Videokonferenzen statt Besprechungen

Aus einigen corona-bedingten Veränderungen wolle seine Behörde für die Zukunft lernen. So sei zu prüfen, inwieweit Fahrten und Wege für Besprechungen eingespart und durch Videokonferenzen ersetzt werden könnten. Noch dürfe man in den Bemühungen keineswegs nachlassen. „Wenn wir oben offen sind“, zitierte Wölfle den Ministerpräsidenten von der Videokonferenz am Donnerstag, „dann müssen wir unten schlagkräftig sein.“

Das muss der Bodenseekreis auch sein, wenn er bei der geplanten Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn vorankommen will. Trotz massiv gestiegener Planungskosten stellte sich das Gremium geschlossen hinter das Vorhaben und ermunterte zum Voranschreiten (der SÜDKURIER wird noch berichten).

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