Nachdem der Landkreis Bodenseekreis am Dienstagabend aufgrund der aktuellen Corona-Lage die Notbremse gezogen hat, verschiebt sich auch die für 9. April geplante Eröffnung der Landesgartenschau Überlingen. Die LGS werde dann öffnen, wenn der Inzidenzwert im Bodenseekreis fünf Tage lang unter 100 liegt.

OB Zeitler: Schweren Herzens

„Aus Sorge, in einer kritischen Phase der Pandemie noch mehr Menschen als ohnehin schon nach Überlingen zu locken, haben wir schweren Herzens die Eröffnung abgesagt, und das, obwohl wir von unserem umfangreichen Hygienekonzept überzeugt sind“, wird Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler in einem Pressetext der LGS GmbH zitiert. Der Absage seien Abstimmungsgespräche mit Landrat Lothar Wölfle und der Geschäftsführung der LGS GmbH vorausgegangen.

In Verantwortung für die ganze Stadt, die mit einem Besucheransturm hätte rechnen müssen, eröffnen Roland Leitner, Edith Heppeler und Jan Zeitler (von links) die Landesgartenschau Überlingen erst später. Wann genau, das steht nicht fest, und ist abhängig vom Inzidenzwert.
In Verantwortung für die ganze Stadt, die mit einem Besucheransturm hätte rechnen müssen, eröffnen Roland Leitner, Edith Heppeler und Jan Zeitler (von links) die Landesgartenschau Überlingen erst später. Wann genau, das steht nicht fest, und ist abhängig vom Inzidenzwert. | Bild: Felix Kästle

Die Landesgartenschau Überlingen werde vom Land Baden-Württemberg als botanischer Garten eingestuft, der bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 öffnen dürfte, ohne Veranstaltungen und mit Gastronomie nur zum Mitnehmen. Bei einer vom Landkreis verfügten Notbremse mit anhaltenden Inzidenzwerten von mehr als 100 müssen aber auch botanische Gärten schließen.

Geschäftsführer Leitner: „Verantwortung für die ganze Stadt“

Zunächst habe es Überlegungen gegeben, ob die Landesgartenschau vergleichbare Verhältnisse hat wie das „Blühende Barock“ in Ludwigsburg, für das eine Ausnahme gilt. Doch seien die beiden Veranstaltungen nicht vergleichbar. LGS-Geschäftsführer Roland Leitner: „Selbst wenn wir auf unserem Gelände die Zutritte sehr gut regeln könnten, wie es unser Hygienekonzept vorsieht, so haben wir doch die Befürchtung, dass es in der gesamten Innenstadt eng werden könnte. Wir nehmen unsere Verantwortung für die gesamte Stadt sehr ernst.“

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LGS-Geschäftsführerin Edith Heppeler ergänzt: „Wir haben uns die Entscheidung ganz sicher nicht leicht gemacht und alle Argumente abgewogen. Zum einen verstehen wir natürlich, dass die Öffnung der Landesgartenschau von vielen Menschen erwartet und erhofft wird, gerade in dieser schwierigen Pandemiezeit, in der es kaum Möglichkeiten zur Erholung gibt.“ Ihr Team habe jahrelang auf diesen Tag hingearbeitet. „Aber wir würden ungern das Risiko eingehen, jetzt zu öffnen, um dann möglicherweise doch nach kurzer Zeit wieder schließen zu müssen.“

Debatten und Einschätzungen um den Starttermin

Heppeler zur neuerlichen Verschiebung: „Auch wenn es schmerzt“

Die Unsicherheiten, mit welchen Entscheidungen auf politischer Ebene in den nächsten Wochen zu rechnen ist und wie sich die dritte Welle der Pandemie weiterentwickelt, seien groß. Geschäftsführerin Heppeler am 31. März 2021: „Wir halten die Entscheidung für richtig, auch, wenn es schmerzt.“

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Sobald der Inzidenzwert fünf Tage lang unter 100 liegt, könne die Landesgartenschau Überlingen eröffnen. In allen fünf Ausstellungsbereichen laufen derzeit die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. „Für den 9. April wäre alles bereit gewesen“, schreibt die LGS in ihrem Pressetext.

Das frühlingshafte Wetter habe der Vegetation gutgetan und alle Aussteller arbeiten an der Fertigstellung ihrer Pavillons. „Die Möblierung wird ausgepackt. Alles ist bereit.“