29 733 Straftaten registrierte das Polizeipräsidium Ravensburg im Jahr 2019 für den Bodenseekreis sowie die Landkreise Ravensburg und Sigmaringen. Das sind etwa 590 Delikte mehr als 2018. Der Anstieg der Delikte sei laut Mitteilung der Polizei vor allen auf die drei Bereiche Sachbeschädigungen, Betrugsfälle und Beleidigungen zurückzuführen.

„Trotz des Anstiegs ist das Sicherheitsniveau im Zuständigkeitsbereich nach wie vor gut“, wird Polizeipräsident Uwe Stürmer in der Mitteilung zitiert. Die Aufklärungsquote der Straftaten lag 2019 bei 61,1 Prozent, ist damit leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr mit 62,5 Prozent, aber höher als der landesweite Durchschnitt (60,8 Prozent).

Wohnungseinbrüche

Erneut verzeichnete das Polizeipräsidium 2019 einen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen. Die Anzahl der Fälle ist auf 227 Delikte gesunken. Das entspricht einem Rückgang von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Jahr 2018 mit 254 Fällen. Außerdem ist es die niedrigste Zahl seit 1984.

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„Hier zahlt sich die engagierte Arbeit der Ermittler von Schutz- und Kriminalpolizei über die Landesgrenzen hinweg aus“, sagt Stürmer. Die Aufklärungsquote konnte um 13 Prozentpunkte auf 37 Prozent gesteigert werden.

Tötungsdelikte

„Deutlich von 19 auf 28 zugenommen hat die Anzahl der von der Kriminalpolizei bearbeiteten vollendeten und versuchten Tötungsdelikte“, sagt Uwe Stürmer. Erfreulich sei, dass es bei diesen Delikten 2019 eine Aufklärungsquote von 100 Prozent gab.

Körperverletzung

Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist im vergangenen Jahr um 52 Fälle auf 717 Delikte zurückgegangen und damit im zweiten Jahr in Folge rückläufig. Die Aufklärungsquote lag mit 85,8 Prozent höher als im Vorjahr (83,1 Prozent).

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Die Zahl leichter Körperverletzungen hat 2019 um 26 Fälle zugenommen (+ 1 Prozent) auf 2595 Delikte. Die Aufklärungsquote lag mit 92,1 Prozent etwas höher als im Vorjahr (91,9 Prozent).

Gewalt gegen Polizisten

Nach wie vor bedenklich und nicht hinzunehmen sei laut Stürmer die Entwicklung bei den Gewaltdelikten gegen Polizisten. 2019 wurden 304 Straftaten registriert, was einen Anstieg von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Etwa zwei Dritten der Tatverdächtigen seien bei den Vorfällen alkoholisiert gewesen.

Aggression

„Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum, also Straftaten, die unter Anwendung oder Androhung von physischer Gewalt begangen werden, sind im Jahr 2019 um 47 Fälle (-3,1 Prozent) auf 1468 Delikte zurückgegangen“, sagt Stürmer. Die Aufklärungsquote liege im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 83,3 Prozent.

Sexualstraftaten

Eine Zunahme gab es bei den Sexualstraftaten, die um mehr als 20 Prozent von 408 auf 493 Fälle angestiegen sind. Polizeipräsident Uwe Stürmer vermutet, dass der Anstieg auch auf eine höhere Anzeigebereitschaft wegen der „Me too“-Debatte zurückzuführen sei. Die Aufklärungsquote der Sexualdelikte nahm 2019 um zwei Prozentpunkte auf 86,4 Prozent zu.

Raub

Die Anzahl der Raubdelikte nahm im vergangenen Jahr um zehn Fälle zu und stieg auf 120 Straftaten an. Die Aufklärungsquote konnte mit 76,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (63,6 Prozent) gesteigert werden.

Diebstahl

Die Anzahl der Delikte im Bereich Diebstahl ist 2019 auf ein „Zehn-Jahres-Tief“. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fälle um 211 auf 7729 Straftaten gesunken.

Drogen

„Nach mehrjährigem Anstieg sind die registrierten Rauschgiftdelikte vergangenes Jahr um 29 Straftaten auf 2325 Fälle leicht zurückgegangen“, berichtet Stürmer, wobei in diesem Deliktsbereich von einem größeren Dunkelfeld ausgegangen werden müsse.

Uwe Stürmer, Polizeipräsident Polizeipräsidium Ravensburg: „Nach mehrjährigem Anstieg sind die registrierten Rauschgiftdelikte leicht zurückgegangen.“
Uwe Stürmer, Polizeipräsident Polizeipräsidium Ravensburg: „Nach mehrjährigem Anstieg sind die registrierten Rauschgiftdelikte leicht zurückgegangen.“ | Bild: Polizeipräsidium Ravensburg

Die meisten Drogenverfahren seien in Zusammenhang mit Cannabis und Amphetaminen geführt worden. Die Zahl der Ermittlungsverfahren bei Fällen mit psychoaktiven Stoffen von 14 (2018) auf 69 massiv erhöht. Das Polizeipräsidium registrierte neun „Rauschgifttote“, zwei mehr als im Vorjahr.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

227 Fälle mehr als im Vorjahr und damit 6119 Delikte hat das Polizeipräsidium Ravensburg im Bereich Vermögen und Fälschung registriert. Der Anstieg sei insbesondere auf eine Zunahme von Waren- und Warenkreditbetrügen zurückzuführen. Auch Betrüge wie „falscher Polizist“ zählen zu diesen Delikten. Davon gab es im vergangenen Jahr 877 Fälle.

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