Wenn am Freitag der Planungsausschuss des Regionalverbandes tagt, wird ein Tagesordnungspunkt dem Häfler Gemeinderat sicher ganz und gar nicht gefallen. Denn der Regionalverband hält – gegen den Willen des Friedrichshafener Gremiums – weiter daran fest, eine 30 Hektar große Fläche in Hirschlatt als Potenzialfläche für ein Gewerbegebiet auszuweisen.

Regionalverband nimmt ganze Region in den Blick

Dabei hatten sich die Häfler Stadträte im Februar 2020 klar dagegen ausgesprochen. Regionalverbandsdirektor Wilfried Franke ist sich darüber im Klaren, dass dies wohl keine Jubelstürme in der Zeppelinstadt auslösen wird. Allerdings erklärt er dazu nüchtern: „Wir müssen die regionale Perspektive anlegen – unsere Verantwortung liegt in der gesamten Region, daher können Einzelinteressen nicht ausschlaggebend sein, wenn es um die Zukunft geht.“

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Franke fügt hinzu, dass Friedrichshafen als Oberzentrum in der Region gerade noch 1,4 Hektar Fläche für Gewerbe frei habe. „Das ist auf die nächsten zwanzig Jahre hinaus gesehen eindeutig zu wenig“, so Franke. Milde fügt er hinzu, dass der Regionalverband sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht habe. „Wir haben sorgfältig abgewogen“, erklärt er.

Das geplante Vorranggebiet fürs Gewerbe und Industrie bei Hirschlatt (rot markiert).
Das geplante Vorranggebiet fürs Gewerbe und Industrie bei Hirschlatt (rot markiert). | Bild: Gerhard Plessing

Stadt Friedrichshafen kann im Verfahren nochmals Stellung nehmen

Die Stadt Friedrichshafen hat nun die Möglichkeit, im weiteren Verfahren noch einmal Stellung zum Thema zu nehmen. „Der genaue Zeitplan kann erst nach der Entscheidung des Regionalverbands über diesen Entwurf festgelegt werden. Die weiteren Verfahrensschritte und Folgen müsste der Regionalverband beantworten, da das Verfahren in dessen Hand liegt“, schreibt Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt dazu auf Nachfrage dieser Zeitung.

Uhldingen und Kressbronn sind aus dem Regionalplan gestrichen

Der Gemeinderat in Uhldingen-Mühlhofen kann sich dagegen freuen. Denn die Erweiterung des Gewerbegebietes „Im Ried“, das vom Rat abgelehnt worden war, wurde aus dem neuen Entwurf des Regionalplans gestrichen. Gleiches gilt für das Gewerbegebiet Kapellenesch/Haslach in Kresbronn sowie alternative Flächen in Oberteuringen und Owingen.

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Endgültige Entscheidung im Juni 2021

Für das gesamte Verbandsgebiet, das neben der Bodenseeregion auch Ravensburg und Sigmaringen einschließt, werden derzeit Potenzialflächen für Gewerbegebiete für die nächsten 15 bis 20 Jahre festgelegt. Der Regionalplan soll am 23. Oktober bei der Verbandsversammlung in Ettenkirch abgesegnet werden, dann könnte Friedrichshafen erneut Stellung dazu beziehen. Eine endgültige Entscheidung soll dann im Juni 2021 fallen.