Als Miriam Montano vor eineinhalb Jahren die Bürgerkarte entdeckt hat, war sie sofort begeistert. Mit der Bürgerkarte kann man ohne finanziellen Aufwand Vereine und Projekte monetär unterstützen, einfach nur, indem man die Karte nach dem Einkauf in teilnehmenden Geschäften vorzeigt.

So funktioniert die Bürgerkarte für Kunden

Diese Partner führen dann automatisch 1,8 Prozent vom Umsatz an ein Förderprojekt ab, das der Kunde vorher bestimmt hat, indem er die Projektnummer auf der Karte eingetragen hat. Eigene Daten muss der Kunde dabei nicht preisgeben. Noch besser: Seit dem 1. Mai 2020 verdoppelt die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg die Spendensumme aus einem Sonderfonds auf 3,6 Prozent des Einkaufswerts.

Diese zusätzliche Einnahmequelle tut Bürgerinitiativen und Vereinen richtig gut, denn durch Corona sind überall die Veranstaltungen ausgefallen und damit auch die Einnahmen geschrumpft. So hat sich 2020 die Zahl der Förderprojekte fast verdoppelt und es sind sieben neue Anbieter dazu gekommen, denn auch der teilnehmende Einzelhandel profitiert.

„Es hilft uns bekannter zu werden, weil wir hier ja noch ziemlich neu sind“, beschreibt Olivia Hörmann den Effekt. Schließlich würden die Vereine ihre Mitglieder im eigenen Interesse ermuntern, möglichst viel in den teilnehmenden Geschäften einzukaufen. Der Unverpackt-Laden in der Charlottenstraße in Friedrichshafen ist das neueste Mitglied im Anbieter-Pool.

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Je mehr Umsatz gemacht wird, desto höher fällt später die Spende aus. Aktuell gibt es in der Region Bodensee-Oberschwaben 36 teilnehmende Händler und 79 Vereine und andere Förderprojekte, die die Bürgerkarte nutzen. Miriam Montano treibt das Projekt ehrenamtlich und engagiert voran. „Weil ich es total toll finde, das ist gelebte Gemeinwohl-Ökonomie“, sagt die 38-Jährige, die sich schon seit Jahren in der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie engagiert. Seit eineinhalb Jahren setzt sie sich auch für die Bürgerkarte ein.

Kaufkraft bleibt an die Region gebunden

„Das Geniale an der Bürgerkarte ist, dass die Kaufkraft an die Region gebunden und die Mitbestimmung an die Bürger zurückgegeben wird, denn sie bestimmen, welches Projekt gefördert werden soll“, sagt die Betriebswirtschafterin, die „Internationales Marketing“ studiert hat und für alternative Wirtschaftsziele brennt.

Wenn sie sich etwas wünschen dürfte, dann wäre es, dass noch viel mehr Leute mitmachen und auch einfach in den Geschäften und in ihren Vereinen nachfragen, ob man da nicht die Bürgerkarte einsetzen könnte. „Schließlich kann ich nicht alles ganz alleine machen“, sagt die zweifache Mutter. Geschäfte, die jetzt schon mitmachen, erkennt man am runden „Bürger vermögen viel“-Aufkleber und am Plakat im Schaufenster. Die Übersicht, sowie alle Informationen zur Teilnahme gibt es unter: www.bvvbo.de

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