Der Sommer kommt mit großen Schritten näher und auch die Badesaison würde in normalen Zeiten bald beginnen. Bei vielen Menschen steigt deshalb bereits die Sehnsucht nach einem schönen Nachmittag im Strandbad. Doch dieser Sommer wird sein, wie kein anderer zuvor. Zur Eindämmung der Krankheit Covid-19 wurden vorerst bis zum 3. Mai vom Land in der Corona- Verordnung Maßnahmen erlassen, die verhindern sollen, dass es zu Menschenansammlungen kommt. Doch wie ist es mit dem Baden im Bodensee und in den Strandbädern geregelt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Darf ich derzeit im Bodensee baden?

Prinzipiell gilt: Ja. Ein generelles Badeverbot für den Bodensee gibt es derzeit nicht. Dennoch sind vielerorts die öffentlichen Strandbäder vorerst gesperrt. „Es ist Sache der Kommunen, ob sie ein Badeverbot für bestimmte Uferabschnitte erlassen“, so Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis.

Bisher hat keine der angefragten Kommunen ein generelles Badeverbot für seinen Uferbereich angeordnet. Ob die Verordnung vom Land zur Schließung von Schwimmbädern, die bisher bis zum 3. Mai gilt, verlängert wird, ist noch unklar. Über die Sperrung von Strandbädern entscheidet trotzdem jede Kommune selbst, das bestätigte das Sozialministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Offiziell in der Corona-Verordnung erwähnt werden Strandbäder nämlich nicht.

Volle Strände noch im vergangenen Jahr.
Volle Strände noch im vergangenen Jahr. | Bild: Ambrosius, Andreas

Wo kann ich noch baden?

Da jede Kommune selbst entscheidet, ob sie Strandbäder oder frei zugängliche Uferabschnitte sperrt, kann das nicht generell gesagt werden. Die meisten angefragten Kommunen haben jedoch den Betrieb von öffentlichen Strandbädern vorerst ausgesetzt. Das Baden an frei zugänglichen Uferabschnitten ist in den meisten Gemeinden weiterhin erlaubt. Hier eine Übersicht:

  • Friedrichshafen: Hier sind alle öffentlichen Strandbäder bis mindestens 3. Mai geschlossen. Weiterhin gebadet werden kann laut Monika Blank, Pressesprecherin der Stadt Friedrichshafen, überall dort, wo es weder ein Aufenthaltsverbot gibt noch das Baden laut Polizeiverordnung verboten ist. Als Beispiel nennt sie den Naturstrand westlich des Freizeitgeländes Manzell.
  • Überlingen: Die drei Überlinger Bäder – das Strandbad West, das Ostbad und Nußdorfer Strandbad – bleiben gemäß der Corona-Verordnung vorerst geschlossen. Auch das LGS-Gelände, das den Uferabschnitt vom Gondelhafen bis nach Goldbach umfasst, bleibt für die Bevölkerung zu und ist somit auch für ein Bad im See gesperrt. An frei zugänglichen Uferabschnitten ist das Baden weiterhin erlaubt, sofern kein anderwertiges Verbot gilt, so die Stadt.
  • Uhldingen-Mühlhofen: Hier ist zwar die Liegewiese des Naturstrandbades gesperrt, aber das Baden nicht generell verboten. Die Gemeinde behält es sich jedoch vor, den Naturstrand zu schließen, sollte es dort vermehrt zu Verstößen gegen die Corona-Verordnung kommen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Eriskirch: Auch hier ist das öffentliche Strandbad aufgrund der Corona-Verordnung des Landes vorerst gesperrt. Da der Gemeinde das Eriskircher Ried vorgelagert ist, gibt es hier, laut Bürgermeister Arman Aigner, keine weiteren Bademöglichkeiten. Die Gemeinde prüfe aber derzeit, ob die Liegewiese des Strandbades zum Verweilen wieder geöffnet werden kann.
  • Sipplingen: Das offizielle Strandbad in Sipplingen ist durch Absperrbänder geschlossen. Doch abgesehen von diesem Bereich gibt es in Sipplingen kein Badeverbot. Auch das Naturstrandbad Süßenmühle, das einige Wochenenden lang geschlossen war, ist inzwischen wieder geöffnet.
  • Kressbronn: Hier gibt es laut Karin Wiech von der Gemeinde keine Einschränkungen für das Baden im Bodensee. Dennoch würde kontrolliert, ob Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

Worauf muss ich beim Baden achten?

Nicht nur an Land gelten weiterhin die Kontaktbeschränkungen aus der Corona-Verordnung des Landes, sondern auch im Wasser. Das heißt: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Keine Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen, außer es handelt sich um Familie. Viele Gemeinden kündigten an, Kontrollen durchzuführen und bei vermehrten Verstößen frei zugängliche Abschnitte zu schließen.

Was passiert nach dem 3. Mai?

Vorerst gilt die Corona-Verordnung bis zum 3. Mai. Wie es danach weiter geht, darüber gibt es noch von keiner Kommune Angaben. Die meisten geben an, sich an die dann geltenden Vorgaben der Landesregierung halten zu wollen. Auch wenn es in ihrem Ermessen liegt, Strandbäder zu schließen oder nicht.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.