Für Gabi Mack, Lehrerin an der Grundschule in Kluftern, macht eine schnellere Impfung Sinn. „Sie sollte aber nicht verpflichtend sein und jeder sollte selbst entscheiden können“, betont sie. Für besonders gefährdet hält Gabi Mack die Erzieherinnen in den Kitas, aber auch ihre älteren Kolleginnen. „Die priorisierte Impfung für unsere Berufsgruppen ist gut und gibt ein höheres Maß an Sicherheit.“ Dies gelte auch für die Schnelltests, für die an der Grundschule Kluftern bereits Gutscheine bereit liegen. Man müsse sich aber bewusst sein, dass es keinen 100-prozentigen Verlass auf das Ergebnis gebe, betont die Grundschullehrerin.

Gabi Mack, Lehrerin an der Grundschule Kluftern
Gabi Mack, Lehrerin an der Grundschule Kluftern | Bild: Privat

Größtes Risiko sind die vollen Busse

Beim Gedanken an den Unterrichtsbeginn diese Woche hat eine Berufsschullehrerin aus Friedrichshafen Bauchweh. Mit über 60 Jahren würde sie sich sofort impfen lassen. „Das größte Risiko sehe ich in den vollen Bussen. Sie führen alle anderen Maßnahmen ad absurdum.“ Nun habe sie wieder täglich Kontakt mit 25 Leuten und abends dürfe sie nur noch eine Person treffen. „Das ist ein Witz“, sagt die Lehrerin, die nur eine befristete Stelle hat und ihren Namen deshalb nicht nennen möchte.

Das könnte Sie auch interessieren
Christoph Hellmond, Lehrer am Bildungszentrum Meckenbeuren
Christoph Hellmond, Lehrer am Bildungszentrum Meckenbeuren | Bild: Claudia Wörner

Impfung von Risikogruppen ist noch wichtiger

Christoph Hellmond aus Tettnang unterrichtet am Bildungszentrum in Meckenbeuren. „Ich wäre sofort bei der Impfung dabei, aber für noch wichtiger halte ich, dass Risikogruppen eher geimpft werden“, sagt Hellmond. Zwischen Grundschullehrern und Lehrern an weiterführenden Schulen würde er bei der Impfpriorisierung keinen Unterschied machen. Von den angekündigten Corona-Tests verspricht sich Hellmond einiges. „Ich halte sie insbesondere für Schüler für wichtig, da sie ja häufig keine Symptome haben.“

Steffen Rooschüz, Schulleiter der Merianschule sowie geschäftsführender Schulleiter in Friedrichshafen.
Steffen Rooschüz, Schulleiter der Merianschule sowie geschäftsführender Schulleiter in Friedrichshafen. | Bild: Katy Cuko

Schnelle Impfung der Lehrer wäre im Sinne der Kinder und Jugendlichen

Steffen Rooschüz, geschäftsführender Schulleiter in Friedrichshafen, hält es aufgrund der Notstände in den Familien, der Entwicklung der Persönlichkeit, des sozialen Miteinanders und des schulischen Lernens für richtig, Kitas und Schulen möglichst rasch und umfassend zu öffnen. „Wenn die Öffnung durch geimpftes Personal schneller möglich wird, wäre das ganz im Sinne der Kinder und Jugendlichen“, sagt Rooschüz. Es zeichne sich ab, dass wir weiter mit dem Virus leben müssen und nur durch ein Impfprogramm in eine Normalität kommen. „Je früher, desto besser – vor allem für die Jüngsten und Schutzbedürftigsten, denen wir gerade zu wenig gerecht werden.“

Das könnte Sie auch interessieren