Lange hatte der Kreis Lindau niedrige Infektionszahlen: Bereits seit 24. Mai lag die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35. Das ändert sich aktuell wieder. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Inzidenz am Donnerstag, 10. Juni, Stand 3.10 Uhr, bei 57,3. Nur fünf Stadt- und Landkreis in ganz Deutschland haben aktuell einen noch höheren Sieben-Tage-Inzidenzwert als Lindau. Allein von Mittwoch auf Donnerstag kamen laut RKI 13 neue Corona-Fälle hinzu.

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Infektionen in Asylbewerberunterkünften

Laut Mitteilung des Landratsamtes sind in hohem Maße Asylbewerberunterkünfte betroffen. Fast die Hälfte der in dieser Woche aufgetretenen Infektionsfälle wären auf vier Unterkünfte und wenige Familienverbünde zurückzuführen. Und die Zahlen könnten auch noch weiter steigen, denn über Reihentestungen könnten in den kommenden Tagen weitere Infektionsfälle entdeckt werden.

Neben den vier Asylbewerberunterkünften sind laut Landratsamt auch drei Schulen betroffen – die die Grundschule in Bodolz, die Mittelschule in Lindenberg und die Maria-Ward-Schule in Lindau. Allerdings wären an den den Schulen bisher nur Einzelfälle aufgetreten, die Ermittlungen würden aber derzeit noch laufen.

Werden bald wieder härtere Regelungen gelten?

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 50 liegen, so treten laut der 13. Bayerischer Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ab dem übernächsten Tag automatisch wieder Verschärfungen in Kraft. Für den Landkreis Lindau wäre das der Fall, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz auch noch am Freitag und am Samstag über 50 liegt. Dann würden ab Montag wieder strengere Regelungen gelten.

Welche Einschnitte wird es geben?

Es dürfen sich dann beispielsweise nur noch zehn Personen aus drei Haushalten treffen und in vielen Bereichen wird es wieder eine Testpflicht geben: Bei Kultur- und Freizeiteinrichtungen, im Sport und in der Gastronomie (wenn Personen aus mehreren Haushalten an einem Tisch beisammensitzen) und in der Hotellerie. An den Schulen muss wieder der Mindestabstand eingehalten werden und in den Kitas gibt es nur noch einen eingeschränkten Regelbetrieb.

„Wir dürfen aber nicht übermütig werden.“
Landrat Elmar Stegmann

„Mit einigen größeren Infektionsherden steigt die Sieben-Tage-Inzidenz schnell wieder an“, erklärt Landrat Elmar Stegmann, der die Bürger insbesondere auch im privaten Umfeld weiterhin zu Vorsicht mahnt: „Ich verstehe jeden, der nach den langen Monaten nun das Leben wieder in vollen Zügen genießen möchte. Wir dürfen aber nicht übermütig werden. Vorsicht und Abstand bleiben auch mit den aktuellen Lockerungen oberstes Gebot.“

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