Die Nachricht kam am Montag überraschend. Alle Impfungen, die mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca geplant waren, werden ausgesetzt. Das betrifft natürlich auch das Kreisimpfzentrum in Friedrichshafen. Wie das Landratsamt Bodenseekreis am Montagabend mitteilte, sind alle Impftermine bis einschließlich 22. März ausgesetzt. Insgesamt, so heißt es in einer Pressemitteilung, seien davon im Bodenseekreis 1500 Menschen betroffen. „Die heutige Entscheidung betrifft sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen“, heißt es weiter.

Auf Nachfrage des SÜDKURIER, wie es nun mit den vielen Menschen, die bereits jetzt auf der Warteliste stehen und in den kommenden Wochen Termine bekommen sollten, weitergeht, gab es bisher keine Antwort. Nadine Larisch, persönliche Referentin von Landrat Wölfle, erklärte auf Nachfrage nur, dass die Astrazeneca-Termine von Montag durch den Impfstoff von Biontech umgestellt werden konnten. „Am Dienstag waren sowieso nur Biontech-Termine geplant“, sagte Larisch. Nähere Informationen gab es am Montagabend nicht mehr.

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Alle Astrazeneca-Termine bis 22. März entfallen

Im Landratsamt sollte es am Abend eine Besprechung geben. Die Ergebnisse dazu aber wurden bisher nicht bekannt. In der Mitteilung aus dem Landratsamt heißt es: „Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat die Kreisimpfzentren angewiesen, alle Impftermine, die mit dem Impfstoff AstraZeneca geplant waren, abzusagen.“ Weitere Informationen zu den Entwicklungen werde es auf der Homepage des Landratsamts geben.

Personen, die den Impfstoff Astrazeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen (starke und anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen) sollen sich nach Angaben des Landratsamtes unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

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Absage der Termine erfolgt per E-Mail

Nach Angaben des Sozialministeriums, bekommen alle Impflinge, die bei der Terminbuchung eine E-Mail-Adresse angegeben haben, per E-Mail eine Information über die Absage. „Eine telefonische Information ist angesichts der großen Menge an abzusagenden Termine leider nicht für alle Betroffenen durchführbar“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nur noch die Impfstoffe von Biontech und Moderna werden jetzt verimpft.
Nur noch die Impfstoffe von Biontech und Moderna werden jetzt verimpft. | Bild: Felix Kaestle

Termine für alle unter 80 Jahren entfallen ersatzlos

Das Sozialministerium teilte am Abend mit, dass eine direkte Umbuchung der abgesagten Termine „aufgrund des Impfstoffmangels nicht möglich“ sei. Alle über 80-Jährigen, die von der Terminabsage betroffen sind, sollen nun entweder auf einen anderen Impfstoff umgebucht oder auf die Warteliste gesetzt werden. „Die Termine für alle anderen müssen leider ersatzlos verfallen“, heißt es in der Mitteilung.

Termine mit Biontech und Moderna-Impfstoffen finden statt

Alle für diese Woche gebuchten Termine mit AstraZeneca sind abgesagt. Sofern auf der Terminbestätigung der Impfstoff nicht vermerkt ist, lässt sich anhand des Abstands zwischen Erst- und Zweittermin feststellen, um welchen Impfstoff es sich handelt. Bei einem Abstand von 9 Wochen und mehr handelt es sich um einen Termin mit AstraZeneca. Kürzere Abstände bedeuten, dass die Termine auf Biontech oder Moderna gebucht sind. Termine mit diesen beiden Impfstoffen finden unverändert statt.

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Auch Termine in Ravensburg betroffen

Auch das Kreisimpfzentrum des Landkreises Ravensburg sagt bis einschließlich Montag, 22. März, alle Termine für Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca ab. Die betroffenen Personen würden informiert, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech oder Moderna laufen in beiden Kreisimpfzentren aber wie geplant weiter.

„Die Information des Sozialministeriums kam für uns völlig überraschend. Wir hoffen sehr, dass die Überprüfung des Paul-Ehrlich-Instituts schnell zu einem positivem Ergebnis führt und die vorhandenen Unsicherheiten ausgeräumt werden können, sodass wir zügig mit dem Astrazeneca Impfstoff weiterimpfen können. Andernfalls würde die Impfkampagne einen herben Rückschlag erleiden, mit nicht absehbaren Folgen für den Weg zurück in die gesellschaftliche Normalität“, so Landrat Harald Sievers in der Pressemitteilung.