Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Elektrifizierung der Südbahn im Juli abgeschlossen. Seither steht der Fahrdraht der Oberleitung über der Bahnlinie, die von Ulm über Friedrichshafen bis nach Lindau führt, unter Strom. Die Oberleitungen, die 15 000 Volt Spannung führen, stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen, teilt der Kreisfeuerwehrverband mit: Bereits im Abstand von weniger als drei Metern zu den stromführenden Anlagen kann es der Bahn zufolge zu einem tödlichen Stromschlag kommen.

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Bereits im Juli fanden den Angaben des Kreisfeuerwehrverband zufolge theoretische Schulungsveranstaltungen für die Feuerwehren im Bodenseekreis, die Anlieger an der Bahnstrecke sind, statt. Im Oktober gab es nun auch eine praktische Ausbildung durch die Deutsche Bahn AG im Bahnhof Ravensburg.

Insgesamt 90 Angehörige von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem Bodenseekreis nahmen daran teil, darunter auch Beamte der Landespolizei, leitende Notärzte, Mitarbeiter der integrierten Leitstelle und des Landratsamts, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Technischen Hilfswerks. Ebenfalls dabei waren Feuerwehrangehörige aus dem benachbarten Bundesland Bayern.

Angehörige der Feuerwehr sowie weitere Rettungskräfte wurden jüngst für Einsätze im Gleisbereich der inzwischen elektrifizierten Südbahn vorbereitet.
Angehörige der Feuerwehr sowie weitere Rettungskräfte wurden jüngst für Einsätze im Gleisbereich der inzwischen elektrifizierten Südbahn vorbereitet. | Bild: Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis

Fachleute und Notfallmanager der Deutschen Bahn erklärten laut Mitteilung den Aufbau der Oberleitung, die Funktionen der Notabschaltung und das Erden des Fahrdrahts im Notfall. Die Angehörigen der Feuerwehren Friedrichshafen, Meckenbeuren, Eriskirch, Langenargen und Kressbronn konnten sich so ein Bild der Schutzmechanismen machen, die erforderlich sind, um im Gleisbereich sicher arbeiten zu können, wenn es in diesem Bereich zu einem Unfall kommen sollte. Weiter wurden bei der Ausbildung die Merkmale verschiedenen E-Loks unterschiedlicher Baureihen thematisiert, die zukünftig auf der Bahnstrecke zum Einsatz kommen können.

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Wichtig sei es für die Feuerwehren und Helfer gewesen, die Möglichkeiten der Bahn kennenzulernen und die Zusammenarbeit im Notfall zu definieren. Für die Verpflegung der Teilnehmer vor Ort sorgten die Jugendfeuerwehren des Landkreis Ravensburg.