„Grenzen(los)“ lautet das Titelthema des 38. Bands des Jahrbuchs des Bodenseekreises „Leben am See“. Am Montag wurde es im Graf-Zeppelin-Haus vorgestellt. Von „A“ wie Abstand bis „Z“ wie Zukunft sei in diesem Jahr alles anders, meinten Katy Cuko und Susann Ganzert, seit sechs Jahren Redaktionsteam von „Leben am See“. Natürlich hatten sie bei der Wahl des Titelthemas an den Mauerfall und den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit gedacht. „Dass in diesem Jahr die Grenzen zum der Menschen vor einem Virus geschlossen werden, konnte 2019 niemand ahnen“, sagte Ganzert. Trotzdem habe man an den Themen im Buch weitgehend festgehalten. Nichtsdestotrotz komme das Wort „Corona“ im Buch 70 Mal vor.

Blick auf die Grenzen vor Ort

Am Ende zitierte Cuko den israelischen Autor und Historiker Yuval Harari: „Krisen beschleunigen historische Prozesse. Ganze Länder werden in Krisen zu einem riesigen Versuchslabor. Selten hat die Gegenwart an uns so dringlich Maßnahmen gefordert, um Zukunft zu gestalten.“

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Landrat Lothar Wölfle dankte den 44 Autoren des Jahrbuchs, dem Verlag Lorenz Senn und den Redakteurinnen, die die Geschichten zusammengetragen und redigiert haben. Das Motto „Grenzen(los)“ sei 30 Jahren Wiedervereinigung nach 40 Jahren Trennung geschuldet. „Mit grenzenlos hat es aber noch nicht überall funktioniert und wir hier im Westen dürfen schon noch etwas mehr dafür leisten“, sagte Wölfle und empfahl den Besuch der neuen Bundesländer. „Wir sollten das kennenlernen, was uns 40 Jahre lang verborgen geblieben ist.“

Die Band „Rockin‘ 60s“ unterhielt bei der Präsentation des Jahrbuchs „Leben am See“ im Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Haus.
Die Band „Rockin‘ 60s“ unterhielt bei der Präsentation des Jahrbuchs „Leben am See“ im Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Haus. | Bild: Claudia Wörner

Mit Blick auf die Grenzen vor Ort erinnerte er an die Gründung des Bodenseekreises im Jahr 1973 aus den Altkreisen Überlingen und Tettnang. Ein Beitrag im „Leben am See“ befasst sich mit der Wiedereinführung der Altkreis-Kennzeichen „TT“ und „ÜB“. Auch hier in der Vier-Länder-Region habe man geglaubt, dass Grenzen keine Rolle mehr spielen, so der Landrat. „Aber dann kam Corona.“

Für die Stadt Friedrichshafen sprach Erster Bürgermeister Stefan Köhler: „Ich bin dankbar, dass Katy Cuko und Susann Ganzert das Thema ‚Grenzen(los)‘ aufgegriffen haben. Es muss immer wieder in Erinnerung gerufen werden.“