Schneefall, überfrierende Nässe und spiegelglatte Fahrbahnen: Das bei Dämmerung einsetzende Schneetreiben hat am Freitagabend für Chaos auf den Straßen in der Region gesorgt. Vor allem im Hinterland des Bodenseekreises zwischen Deggenhausertal, Markdorf und Friedrichshafen verwandelten sich die Fahrbahnen in kürzester Zeit zu schneebedeckten Pisten, die sich durch die Nässe und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zu Rutschbahnen wandelten.

Links und rechts die Lastwagen. Die Polizei musste zeitweise in beide Fahrtrichtungen den Verkehr regeln.
Links und rechts die Lastwagen. Die Polizei musste zeitweise in beide Fahrtrichtungen den Verkehr regeln. | Bild: Grupp, Helmar

Bereits bis 17 Uhr seien dem Polizeipräsidium rund 80 Verkehrsunfälle im Bodenseekreis sowie den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen gemeldet worden, heißt es in einem aktuellen Polizeibericht von Freitagabend. Dies band die Kräfte der Polizei im Verlauf des Abends: Im Präsidiumsbereich seien die Beamten mit der Aufnahme der zahlreichen Unfälle beschäftigt gewesen, bei denen bis in den Abend zumeist nur Sachschaden entstanden sei und Personen eher nur leicht verletzt worden seien. Bis gegen 20 Uhr waren keine schwereren Unfälle oder Unfälle mit schwer verletzten Personen vermeldet worden.

Frontal auf den Strommasten: Im Deggenhausertal musste am frühen Abend neben der Polizei auch die Feuerwehr und das DRK ausrücken.
Frontal auf den Strommasten: Im Deggenhausertal musste am frühen Abend neben der Polizei auch die Feuerwehr und das DRK ausrücken. | Bild: Valentin Popescu

Ein kurioser Unfall ereignete sich im Deggenhausertal: Dort war bereits am früheren Abend gegen kurz vor 17 Uhr ein Autofahrer mit seinem Kleinwagen gegen einen Strommasten geprallt, der daraufhin abknickte. Feuerwehr, Polizei und auch das Deutsche Rote Kreuz mussten an den Unfallort ausrücken, der Mast musste bei der Bergung des Fahrzeuges gesichert werden.

Kein vor und kein zurück: Auch dieser Sattelschlepper ist in Unterteuringen am Freitagabend gestrandet.
Kein vor und kein zurück: Auch dieser Sattelschlepper ist in Unterteuringen am Freitagabend gestrandet. | Bild: Grupp, Helmar

15 Kilometer entfernt ging zwischen Unterraderach und Unterteuringen knapp zwei Stunden später gar nichts mehr: In beiden Richtungen stauten sich die Autos, eine zweispurige Blechlawine zog sich von der Steigung vor dem Ortseingang von Unterteuringen bis ins Dorf hinein, weil auf dem steilen Straßenstück in Fahrtrichtung Friedrichshafen mehrere Lastwagen gestrandet waren.

Das Blaulicht blinkt, der Streifenwagen ist verlassen: Die Beamten kümmerten sich um die gestrandeten Lastwagenfahrer.
Das Blaulicht blinkt, der Streifenwagen ist verlassen: Die Beamten kümmerten sich um die gestrandeten Lastwagenfahrer. | Bild: Grupp, Helmar

Ein Schweizer Sattelschlepper war in der Mitte der Steigung halb ins Bankett gerutscht. Der direkt dahinter folgende Linienbus des Häfler Stadtverkehrs war blockiert. Eine Polizeistreife musste den Verkehr regeln. Da es für die Lastwagen weder vor noch zurück ging, mussten sich die Fahrgäste des Linienbusses auf eine lange Geduldsprobe einstellen – in der Dunkelheit und bei nun einsetzenden Minustemperaturen.

Im Kriechtempo durch die Stadt: Selbst in der Häfler Innenstadt ging zeitweilig am Freitagabend gar nichts mehr. Innerhalb kürzester ...
Im Kriechtempo durch die Stadt: Selbst in der Häfler Innenstadt ging zeitweilig am Freitagabend gar nichts mehr. Innerhalb kürzester Zeit hatten Schnee und Glätte den Verkehr komplett lahmgelegt. | Bild: Bömelburg, Christina

Chaos auch auf den Straßen in der Häfler Innenstadt: Nur noch im Kriechtempo ging es selbst auf den Durchgangsstraßen Albrecht-, Kepler- und Maybachstraße voran. Auch auf der Albrechtstraße blockierten mehrere liegengebliebene Sattelschlepper den Verkehr.