Blasmusiker aus Österreich und Liechtenstein, aus der Schweiz, aus Bayern und aus Baden-Württemberg wollten sich schon 2020 auf der Landesgartenschau treffen. Zu Beginn der Pandemie kam die erste Absage. Alle waren sich damals einig, dass es 2021 ein umso schöneres Treffen geben werde. Der kommende Sonntag, 20. Juni, wurde als Ausweichtermin bestimmt.

Ronny A. Knepple: „Wir haben lange mit der Entscheidung gewartet.“
Ronny A. Knepple: „Wir haben lange mit der Entscheidung gewartet.“ | Bild: Mardiros Tavit

Geplant war ein Treffen mit 4000 Musikerinnen und Musikern aus 80 Vereinen, die in Überlingen insgesamt fast 100 Konzerte und Sternmärsche gegeben hätten. Organisator Ronny Knepple bekommt Tränen in die Augen, wie er sagt, wenn er daran denkt, wie schön das geworden wäre. „Heimatstolz“ hätte mitgeschwungen, wenn er Überlingen im jetzigen, fein herausgeputzten Zustand, seinen Blasmusikfreunden präsentieren hätte dürfen.

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Unterschiedliche Regelungen in den Ländern

Jetzt, wo die Inzidenzen sinken und die Pandemie eine Pause einzulegen scheint, war die Hoffnung groß, dass die Sause stattfindet. Doch trotz aller Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen: „Wir sind immer noch Welten davon entfernt, so eine Veranstaltung durchziehen zu dürfen“, sagte Ronny Knepple. Beteiligte aus vier Staaten inklusive zweier Bundesländer, wo jeweils unterschiedliche Corona-Regeln gelten, hätten unter einen Hut gebracht werden müssen. Das sei schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Findet ein dritter Anlauf statt?

Knepple kommentierte: „Wir sind schon sehr traurig darüber. Wir haben wirklich lange mit der Entscheidung gewartet, ob nicht doch etwas möglich ist.“ Er bringe zwar „ein gewisses Verständnis dafür auf, dass so ein Megaevent momentan schwierig wäre“. Mit etwas Neid blickt Knepple aber auf Österreich oder die Schweiz, wo mehr zu gehen scheint.

Auch das Schlossseefest abgesagt

Dasselbe Schicksal ereilt auch das Schlossseefest in Salem, an dessen Vorbereitung Knepple ebenfalls maßgeblich beteiligt ist. Es steht unter der Regie des Musikvereins Lippertsreute und von vier weiteren Musikvereinen aus Salem (Beuren, Mimmenhausen, Neufrach, Weildorf). Sie wären zu Einschränkungen bereit gewesen, sagte Knepple, aber auch so ein Fest funktioniere eben nur mit tausenden Besuchern.

Knepple ist frustriert, was die Einschränkungen für die Blasmusik insgesamt betrifft: „Die Blasmusik wird ganz besonders hart getroffen“, sagte er.

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