Seit Mitte Juli konnten 200 der türkisfarbenen Elektro-Roller in Lindau ausgeliehen werden – und wurden es offenbar auch häufig. „Wir sind sehr zufrieden mit den Nutzungszahlen unseres Pilotprojektes und sehen ein großes Interesse und Nachfrage nach nachhaltiger Mikromobilität in Lindau“, wird jedenfalls Anna Lauffer-Schuler, Regional-Managerin Süddeutschland, in einer Pressemitteilung der Betreiberfirma Tier zitiert. „Unser E-Scooter-Service wurde von Touristen und Einwohnern sehr gut angenommen.“

Aus Lindau, hier ein Eindruck aus dem Sommer, verschwinden die E-Scooter zum Ausleihen nach Abschluss der Testphase nun zumindest vorerst wieder. (Archivbild)
Aus Lindau, hier ein Eindruck aus dem Sommer, verschwinden die E-Scooter zum Ausleihen nach Abschluss der Testphase nun zumindest vorerst wieder. (Archivbild) | Bild: Susanne Hogl

Auch Jaime Valdés, Mobilitätsbeauftragter der Stadt Lindau, zieht nach der Testphase eine überwiegend positive Bilanz. „In den ersten vier Wochen haben wir ein stationsbasiertes Modell mit 24 Stationen getestet, ohne große Probleme“, erinnert er. „In den darauffolgenden vier Wochen wurde ein ‚Free Floating Modell‘, ohne feste Standorte, getestet, hier gab es mehrere Beschwerden wegen falsch geparkter E-Scooter.“

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Ob es die E-Scooter auch im kommenden Jahr in Lindau geben wird, hänge letztendlich von der Entscheidung des Stadtrates ab. „Wir prüfen die Ergebnisse der drei Testmonate des stationsbasierten Modells, dieses könnte eine gute Lösung zur Bewältigung der so genannten ‚letzten Meile‘ sein. Eine Befragung der Bevölkerung ist in Vorbereitung“, so Valdés. Sollten sich die Verantwortlichen der Kommunalpolitik für eine Fortsetzung der E-Scooter entscheiden, soll eine Ausschreibung ergeben, welcher Anbieter zum Zug kommt.

In Friedrichshafen sind seit 12. August 200 E-Scooter des gleichen Anbieters wie in Lindau unterwegs. In der Zeppelinstadt wurden zwar eigens Parkzonen ausgewiesen, die Roller durften aber von Anfang an auch außerhalb dieser Zonen abgestellt werden. Das Angebot kam gut an, im Weg stehende E-Scooter sorgten aber auch rasch für Unmut.

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„Es kommt sicher immer wieder vor, dass die E-Scooter falsch abgestellt sind“, teilt Andrea Kreuzer, Sprecherin der Häfler Stadtverwaltung auf SÜDKURIER-Anfrage mit. „Wenn wir diesbezüglich Rückmeldungen aus der Bürgerschaft erhalten, setzen wir uns mit der Firma Tier in Verbindung, die die Roller sehr zügig abholt.“ Für Anrufer, die sich direkt bei der Firma Tier melden, gelte dies genauso. Es habe sich gezeigt, dass das falsche Abstellen der E-Scooter und die Beschwerden von Bürger zurückgegangen seien.

Einer Mitteilung der Stadt Friedrichshafen vom vergangenen Donnerstag zufolge wurden die Elektro-Roller seit Beginn der Testphase für rund 30.000 Fahrten genutzt. Das bedeute, dass jeder E-Scooter pro Tag im Durchschnitt mindestens dreimal angemietet worden sei, womit Friedrichshafen zu den Spitzenreitern unter vergleichbar großen Städten in Deutschland gehöre. Die durchschnittliche Fahrtlänge betrage knapp zehn Minuten.

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In der Zeppelinstadt dauert die Testphase noch bis Mitte November. Im Gegensatz zur Stadt Lindau hat die Häfler Stadtverwaltung schon jetzt, während die Elektro-Roller noch ausgeliehen werden können, eine Umfrage gestartet, die online zu finden ist. Bis Dienstag hatten sich daran der Stadtverwaltung zufolge bereits 380 Bürger beteiligt.