Die Vogelgrippe hat den Bodensee erreicht. Bei einem toten Schwan, der am Seerhein in Konstanz gefunden wurde, ist die Vogelgrippe vom Typ H5 nachgewiesen worden. Dies teilte das Landratsamt Konstanz am Montagabend mit.

Wasservögel werden im Moment vom H5-Virus, allgemein als Vogelgrippe bekannt, bedroht.
Wasservögel werden im Moment vom H5-Virus, allgemein als Vogelgrippe bekannt, bedroht. | Bild: Kerstin Mommsen

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) habe den Verdacht auf Geflügelpest bestätigt. Für den gesamten Landkreis Konstanz wurde daraufhin eine Stallpflicht für Geflügelhaltungen angeordnet. Auch der Bodenseekreis hat am Montag eine Allgemeinverfügung erlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

In Norddeutschland waren bereits Ende Oktober erste Fälle der Geflügelpest entdeckt worden. Ende Dezember wurde das Virus bei einem Mäusebussard in Donaueschingen festgestellt. Der Fund des Mäusebussards zeige, dass neben dem Wassergeflügel inzwischen auch andere Wildvogelarten wie Greifvögel von diesem Virus erfasst sein können, teilt das Landratsamt im Bodenseekreis dazu mit.

Risiko für weitere Ausbreitung wird als hoch eingestuft

Das Risiko der weiteren Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und das Übergreifen auf die Geflügelhaltungen sowie Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen werde daher als hoch eingestuft. Bei den derzeit kursierenden Virustypen H5N8, H5N5 und H5N3 wurde nach Angaben der Kreisbehörde bisher allerdings keine Übertragung auf den Menschen oder auf andere Haustiere wie beispielsweise Hunde oder Katzen festgestellt.

Was bedeutet dies nun konkret für den Bodenseekreis?

Das Landratsamt hat am 11. Januar eine Allgemeinverfügung für den gesamten Landkreis erlassen. Geflügelhaltungen wird darin eine Stallpflicht beziehungsweise eine entsprechende Schutzeinrichtung, die einen Viruseintrag verhindert, vorgeschrieben. Das betreffe gewerbliche Geflügelhaltungen, aber auch private und Hobbyhaltungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel verhindern

„Die Geflügelhalter sind aufgerufen, alle Maßnahmen zu treffen, die einen Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel verhindern. Auch soll auf eine Viruseinschleppung insbesondere über Einstreu, Futter, Tränke, Geräte und Schuhwerk unbedingt geachtet werden“, heißt es dazu vom Landratsamt. Die vollständige Allgemeinverfügung kann auf der Internetseite des Landratsamts Bodenseekreis nachgelesen werden: www.bodenseekreis.de/de/politik-verwaltung/bekanntmachungen/

Wer Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel hält und diese noch nicht beim Veterinäramt gemeldet hat, wird nach Angaben des Landratsamts aufgefordert, dies schnellstmöglich nachzuholen.

Verendete oder kranke Vögel bei Städten und Gemeinden melden

Wer verendete und kranke Wasservögel oder Greifvögel entdeckt, soll dies bei den jeweiligen Städten und Gemeinden melden. „Die Tiere werden dann eingesammelt und im Labor untersucht“, erläutert das Landratsamt. Zu beachten sei dabei: Die Tiere und Tierkadaver sollten nicht berührt oder vom Fundort entfernt werden, um eine weitere Verschleppung der Tierseuche zu vermeiden. Außerdem sind auffällige Häufungen von Totfunden und Erkrankungen von Vögeln jeder Art dem Veterinäramt zu melden.

Hier kann man sich informieren

Für Fragen steht das Veterinäramt unter der Telefonnummer 0 75 41/2 04 51 77 montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung.