Ein bunter Umzug der Friedensregion Bodensee zog bei stürmischem Wind mit vielen Transparenten und Fahnen vom Busbahnhof zur Hofstatt. Dort bildeten die Teilnehmer ein großes Friedenszeichen.

In den vergangenen Jahren hatten bis zu 1000 Menschen aus Deutschland, Vorarlberg und der Schweiz an dem Marsch teilgenommen. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde dieser aber abgesagt. Man habe wegen Corona kein Risiko eingehen wollen, erklärte Versammlungsleiter Bernd Wipper laut einer Pressemitteilung der Friedensregion Bodensee zu Beginn der Veranstaltung.

Friedensflaggen waren mit dem gebotenen Corona-Abstand und unter Einhaltung der Hygieneregeln auf den Straßen zu sehen.
Friedensflaggen waren mit dem gebotenen Corona-Abstand und unter Einhaltung der Hygieneregeln auf den Straßen zu sehen. | Bild: Frieder Fahrbach

Christian Harms, Mitglied des Vereins und seit Jahren ebenfalls in der Vorbereitungsgruppe, wies in seiner Ansprache auf die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Militär und Klimakrise hin: Das Militär selbst sei ein großer Umweltzerstörer. Hier würden große Summen gebunden, die dringend zur Lösung der globalen Probleme benötigt würden.

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Deutschland trage, so Harms laut Pressemitteilung, durch seine Rüstungsexporte – auch aus der Bodenseeregion – zur Verschärfung der Notlagen und Krisen in den Ländern des globalen Südens bei. Die Verlierer seien die Menschen in Entwicklungsländern, die durch Dürren und Armut zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen würden. So seien derzeit circa 80 Millionen Menschen auf der Flucht oder in Lagern. Harms nannte dies „einen unmenschlichen Zustand.“

Der kleine Teilnehmerkreis stellte sich unter Einhaltung der Corona-Richtlinien mit Abstand und Maske zum symbolischen Peacezeichen auf der Überlinger Hofstatt auf. Der öffentliche Friedensweg, zu dem an die 1000 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet worden wären, war aus Pandemiegründen abgesagt worden.
Der kleine Teilnehmerkreis stellte sich unter Einhaltung der Corona-Richtlinien mit Abstand und Maske zum symbolischen Peacezeichen auf der Überlinger Hofstatt auf. Der öffentliche Friedensweg, zu dem an die 1000 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet worden wären, war aus Pandemiegründen abgesagt worden. | Bild: Frieder Fahrbach

Harms forderte neben einer generellen Abrüstung und dem Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffen-Verbotsvertrag mehr soziale und ökonomische Gerechtigkeit ein. Für eine Friedensentwicklung im Sinne des Projektes der Badischen Landeskirche „Sicherheit neu denken“ forderte er insbesondere die Schaffung eines eigenen Friedensetats in Milliardenhöhe ein und nannte als Maßnahmen einen „zivilen Friedensdienst, Konfliktprävention, Konfliktlösung und eine Mittelfreisetzung für Friedensbildung an Schulen, Hochschulen und anderen Ausbildungsstätten“.

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Zudem wünschte er den Ausbau von Einrichtungen in der Art eines THW für Einsätze im In- und Ausland. Harms: „Die Lebensumstände der Flüchtlinge z.B. auf Moria und anderswo in der Welt müssen verbessert werden bzw. deren Asylgewährung in Europa und bei uns. Frontex-Einsätze im Mittelmeer müssen stark eingeschränkt und kontrolliert werden.“

All das erfordere aber ein Umdenken in unseren auf stetiges Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystem und mehr Achtung der Natur und Lebens – dies fange bei jedem selbst an, so Harms.

Für ein Friedensklima demonstrierten Aktivisten der Friedensregion rund um den See in Überlingen. Sie ermahnten die Gesellschaft zu Abrüstung und zu gewaltfreien Konfliktlösungen und mehr Einsatz für den Klimaschutz.
Für ein Friedensklima demonstrierten Aktivisten der Friedensregion rund um den See in Überlingen. Sie ermahnten die Gesellschaft zu Abrüstung und zu gewaltfreien Konfliktlösungen und mehr Einsatz für den Klimaschutz. | Bild: Frieder Fahrbach

Versammlungsleiter Bernd Wipper schloss die Kundgebung mit einer Schweigeminute für die Opfer von Krieg und Klimakrise ab. Der ursprüngliche geplante Start von 40 Friedenstauben konnte wetterbedingt nicht stattfinden. Die Beiträge der Referenten sind auf der Webseite der Friedensregion nachzulesen und teilweise als Video zu sehen. Im nächsten Jahr soll der Internationale Bodensee-Friedensweg in Vorarlberg stattfinden.