Zum ersten Mal wurden am Mittwochabend unter dem Motto „Orange the World“ auch in Friedrichshafen Gebäude in ein warmes, Mut machendes Licht getaucht, um es mit den Worten von Brigitte Pfrommer-Telge zu sagen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt hat die Aktion mit initiiert und mit den Kooperationspartnern des Zonta-Clubs Allgäu-Bodensee und dem Soroptimist International Club Friedrichshafen-Bodensee umgesetzt.

Die Stadt Friedrichshafen und ihre Kooperationspartner im orangefarben beleuchteten Innenraum des Graf-Zeppelin-Hauses: Sabine Giebeler (Medienhaus am See), Christoph Arnold (Jugendzentrum Molke), Bürgermeister Dieter Stauber, Daniela Baumhauer (Club Soroptimist International Friedrichshafen-Bodensee), Silke Wolf, Hilke Müller-Meinhard (beide Zonta Club Bodensee Allgäu), Pfarrerin Rebekka Scheck (Schlosskirche), Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Pfrommer-Telge und Svenia Bormuth (Soroptimist).
Die Stadt Friedrichshafen und ihre Kooperationspartner im orangefarben beleuchteten Innenraum des Graf-Zeppelin-Hauses: Sabine Giebeler (Medienhaus am See), Christoph Arnold (Jugendzentrum Molke), Bürgermeister Dieter Stauber, Daniela Baumhauer (Club Soroptimist International Friedrichshafen-Bodensee), Silke Wolf, Hilke Müller-Meinhard (beide Zonta Club Bodensee Allgäu), Pfarrerin Rebekka Scheck (Schlosskirche), Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Pfrommer-Telge und Svenia Bormuth (Soroptimist). | Bild: Lena Reiner

Rebekka Scheck, Pfarrerin der Schlosskirchen-Gemeinde in Friedrichshafen, sprach das Grußwort zum Abend „im ökumenischen Sinne“ für beide beteiligten Kirchengemeinden. Die Eröffnung war per Livestream zu verfolgen.

Die Schlosskirche erstrahlte einen Abend lang ebenfalls in Orange. Die zuständige Pfarrerin Rebekka Scheck erinnerte bei ihrem Grußwort zur Eröffnung des Aktionstages daran, dass Jesus keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht habe und erinnerte an eine Bibelstelle, die davon handle, wie er eine Frau vor einer Steinigung bewahre.
Die Schlosskirche erstrahlte einen Abend lang ebenfalls in Orange. Die zuständige Pfarrerin Rebekka Scheck erinnerte bei ihrem Grußwort zur Eröffnung des Aktionstages daran, dass Jesus keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht habe und erinnerte an eine Bibelstelle, die davon handle, wie er eine Frau vor einer Steinigung bewahre. | Bild: Lena Reiner

Silke Wolf, Vizepräsidentin des hiesigen Zonta-Clubs, freute sich besonders, dass die Orange Days in diesem Jahr „endlich auch in Friedrichshafen„ stattfinden können. Daniela Baumhauer von den Soroptimistinnen betonte: „Die Corona-Pandemie wirkt als Brandbeschleuniger beim Thema Gewalt gegen Frauen und es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wenn wir in den letzten Jahren unseren Infostand zum Thema in Friedrichshafen hatten, kamen oft Reaktionen wie: ‚Aber das gibt es doch nicht bei uns!‘ Dabei gibt es natürlich auch hier in Deutschland und in Friedrichshafen Gewalt gegen Frauen.“ Christoph Arnold hingegen betonte, dass im Jugendzentrum Molke auch während der Corona-Pandemie Ansprechpartner für Mädchen und junge Frauen anzutreffen seien, die im Falle von Gewalterfahrungen beraten könnten.

Der Moleturm erstrahlt besonders beeindruckend vor dem dunklen See.
Der Moleturm erstrahlt besonders beeindruckend vor dem dunklen See. | Bild: Lena Reiner

So beteiligte sich bereits bei der Häfler Premiere des Aktionstags ein breites Netzwerk und setzte ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und sprach Betroffenen Mut zu, sich Hilfe zu holen. Einmalig am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, erstrahlten die Schlosskirche, die Kirche St. Nikolaus, das Graf-Zeppelin-Haus und das Jugendzentrum Molke in warmem Orange.

Mehr als ein Dutzend Scheinwerfer tauchten die Kirche St. Nikolaus in der Innenstadt in orangefarbenes Licht. Damit die teuren Scheinwerfer nicht geklaut wurden, hielten Freiwillige vom Serviceclub Soroptimist International Nachtwache.
Mehr als ein Dutzend Scheinwerfer tauchten die Kirche St. Nikolaus in der Innenstadt in orangefarbenes Licht. Damit die teuren Scheinwerfer nicht geklaut wurden, hielten Freiwillige vom Serviceclub Soroptimist International Nachtwache. | Bild: Lena Reiner

Bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, werden der Kiesel am Medienhaus und das Kulturhaus Caserne jeweils von 17 bis 24 Uhr farbig ein Zeichen setzen. Ergänzt werden die Farbakzente um ein Informationsangebot an den jeweiligen Standorten.

Der Kiesel am Medienhaus am See wird bis zum 10. Dezember allabendlich von 17 bis 24 Uhr in warmem Licht angestrahlt. Die Leiterin des Medienhauses Sabine Giebeler erklärt: „Aufklärung und Information gehören zu den wesentlichen Aufgaben einer öffentlichen Bibliothek. Daher sind wir selbstverständlich bei dieser Aktion dabei.“
Der Kiesel am Medienhaus am See wird bis zum 10. Dezember allabendlich von 17 bis 24 Uhr in warmem Licht angestrahlt. Die Leiterin des Medienhauses Sabine Giebeler erklärt: „Aufklärung und Information gehören zu den wesentlichen Aufgaben einer öffentlichen Bibliothek. Daher sind wir selbstverständlich bei dieser Aktion dabei.“ | Bild: Lena Reiner
Das Kulturhaus Caserne wird von nun an allabendlich von 17 bis 24 Uhr in orangefarbiges Licht getaucht werden; bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte. Bernd Eiberger, stellvertretender Geschäftsführer des Kulturhauses, betont: „Frauenrechte sind Menschenrechte.“
Das Kulturhaus Caserne wird von nun an allabendlich von 17 bis 24 Uhr in orangefarbiges Licht getaucht werden; bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte. Bernd Eiberger, stellvertretender Geschäftsführer des Kulturhauses, betont: „Frauenrechte sind Menschenrechte.“ | Bild: Lena Reiner

Auch Markdorf ist diesmal dabei

Sie habe eine Kerze ins Fenster gestellt – und die sei keineswegs als Vorbote des kommenden ersten Adventssonntag gedacht, erklärt Monika Kieferle aus Markdorf am Mittwochabend. Das Licht solle Signal sein, ihr kleiner Beitrag zum internationalen „Tag gegen Gewalt an Frauen“. Dass das ein Thema sei, das weiß Monika Kieferle schon länger. „Damit habe ich mich immer wieder beschäftigt“, erklärt sie. Eine Hand voll Damen, die sich bei der Markdorfer St.-Nikolaus-Kirche eingefunden haben, nicken zustimmend.

Annemarie Waibel, Johanna Bischofberger, Susanne Wälischmiller und Monika Kieferle haben sich vor der katholischen St.-Nikolaus-Kirche eingefunden, die in oranges Licht getaucht ist.
Annemarie Waibel, Johanna Bischofberger, Susanne Wälischmiller und Monika Kieferle haben sich vor der katholischen St.-Nikolaus-Kirche eingefunden, die in oranges Licht getaucht ist. | Bild: Jörg Büsche

Beispiele für wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit und Benachteiligung von Frauen kennen sie zuhauf. „Und doch kommt immer wieder etwas Neues hinzu“, erklärt Susanne Deiters Wälischmiller. Als langjähriges Mitglied beim Service-Club Soroptimist International hat sie die Beleuchtungsaktion in Markdorf mitorganisiert, bei der von 16 bis 20 Uhr der Kirchturm orange angestrahlt wurde.

Von 16 bis 20 Uhr orange angestrahlt: die St.-Nikolaus-Kirche. Das sollte ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen. Bild: Jörg Büsche
Von 16 bis 20 Uhr orange angestrahlt: die St.-Nikolaus-Kirche. Das sollte ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen. Bild: Jörg Büsche | Bild: Jörg Büsche

Als Annemarie Waibel am Morgen die Radio-Meldung hörte, dass in der Bundesrepublik an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem Partner umgebracht werde, habe sie das dann doch wieder erschüttert. „Auch bei uns muss am Bewusstsein gearbeitet werden“, erklärt Waibel, eine der wenigen Frauen vor der katholischen Kirche. Kopfschütteln in der Runde, als Susanne Deiters Wälischmiller erzählt, dass die Istanbul-Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen noch immer von einigen Staaten abgelehnt oder noch nicht ratifiziert worden ist.

Von 16 bis 20 Uhr orange angestrahlt: die St.-Nikolaus-Kirche. Das sollte ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen.
Von 16 bis 20 Uhr orange angestrahlt: die St.-Nikolaus-Kirche. Das sollte ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen. | Bild: Jörg Büsche