Fast 1170 Menschen aus der Ukraine haben sich bis Mittwoch, 23. März bei den drei Ausländerbehörden im Bodenseekreis als Kriegsgeflüchtete registrieren lassen. Das Landratsamt geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass bereits mehr Betroffene vor Ort sind, da sich die geflüchteten Menschen erfahrungsgemäß oft mit einigen Tagen Verzögerung bei den Behörden melden. „Angekommene sollten sich aber schnellstmöglich beim betreffenden Einwohnermeldeamt und auch bei den für ihren Aufenthaltsort zuständigen Ausländerbehörden in den Rathäusern Friedrichshafen, Überlingen oder dem Landratsamt melden“, teilt die Kreisverwaltung weiter mit.

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Mehrzweckhallen werden zu Notunterkünften

In mittelbarer Obhut des Landkreises leben den Angaben zufolge derzeit 266 Menschen. Das Landratsamt habe hierfür gemeinsam mit den jeweiligen Betreibern provisorische Unterkünfte organisiert, beispielsweise in Ferienanlagen in Langenargen und Immenstaad, der Jugendherberge in Friedrichshafen sowie bei der Stiftung Liebenau. Über möglicherweise gemeindlich organisierte Sammelunterkünfte gebe es noch keinen zentralen Überblick.

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Um sich auf die Ankunft weiterer Geflüchteter sowie den absehbaren Auszug beispielsweise aus Ferienwohnungen vorzubereiten, richtet das Landratsamt aktuell gemeindliche und schulische Mehrzweckhallen als Notunterkünfte her, heißt es weiter.

Seldnerhalle soll als Aufnahmezentrum dienen

Voraussichtlich Ende dieser Woche können dem Landratsamt zufolge Geflüchtete in der Seldnerhalle in Tettnang-Kau unterkommen. Die Notunterkunft habe eine Kapazität von bis zu rund 90 Personen und solle im Idealfall für Angekommene eine Durchgangsstation für wenige Tage sein, bis eine andere Bleibe organisiert ist. Der Standort soll dem Landratsamt zudem als Aufnahmezentrum dienen, um Geflüchtete, die sich hilfesuchend an die Kreisbehörde wenden, erstversorgen zu können. Zusätzlich werde aktuell die Festhalle Langenargen als Notunterkunft vorbereitet. Diese stehe voraussichtlich ab Anfang April zur Verfügung.

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Infopunkt für Geflüchtete im Landratsamt

Die Ausländerbehörde des Bodenseekreises hat im Landratsamt einen Info-Punkt für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet. Diese können sich hier behördlich registrieren, Sozialleistungen beantragen und sich beraten lassen. Der Info-Punkt ist im Hauptgebäude des Landratsamts, Albrechtstraße 77, in Friedrichshafen zu finden und montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Für die Bürger und Geflüchtete gibt es auch ein Info-Telefon, das täglich von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie donnerstags bis 17 Uhr unter Telefon 0 75 41/2 04 33 30 erreichbar ist. Außerdem sind auf der Internetseite des Bodenseekreises Informationen für angekommene Geflüchtete sowie hilfsbereite Bürger zu finden.