Ob Schienenersatzverkehr, Seelinie oder Stadtverkehr: Die FFP2-Maskenpflicht gilt seit Greifen der Bundesnotbremse. Sie scheint allerdings den Erfahrungen zweier SÜDKURIER-Mitarbeiterinnen nach besonders in Bussen, streckenweise aber auch auf der Schiene ein theoretisches Konstrukt zu bleiben. Nur wer die Grenze nach Bayern – den ÖPNV nutzend – überquert, wird systematisch kontrolliert und auf die Tragepflicht hingewiesen. Wir haben daher nachgefragt: Gilt die FFP2-Maskenpflicht überhaupt oder haben wir uns im Verordnungswirrwarr verlesen?

Das könnte Sie auch interessieren

Alle zuständigen Stellen betonen einhellig: Die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske – oder eines gleichwertigen Standards wie etwa KN95 oder N95 – greift derzeit. Bereits Ende April hatte der Verkehrsverbund Bodo in einem Pressetext auch darauf hingewiesen: „Die bisher im baden-württembergischen Verbundgebiet ebenfalls erlaubten medizinischen OP-Masken sind bei greifender Notbremse-Verordnung nicht mehr zulässig.“

Eine FFP2-Maske (links) und eine OP-Maske im Vergleich.
Eine FFP2-Maske (links) und eine OP-Maske im Vergleich. | Bild: Blust, Julia

„Aufrechterhaltung des ÖPNV eine gewaltige Herausforderung“

Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler widerspricht außerdem Schilderungen von negativen Erfahrungen und betont: „Die Verkehrsunternehmen versuchen, den sich ständig wechselnden Anforderungen gerecht zu werden – die Bewältigung der Pandemie und die Aufrechterhaltung des ÖPNV stellt sie dabei vor eine gewaltige, tägliche Herausforderung.“

Das Fahrpersonal sei verpflichtet, Fahrgäste auf die Einhaltung hinzuweisen und gegebenenfalls von der Fahrt auszuschließen. Dies sei im Busverkehr bei kontrolliertem Einstieg möglich, im Zugverkehr erst während der Fahrt und bei Vorhandensein von Kontroll- und Sicherheitspersonal. „Für Fahrgäste, bei denen der Fahrtausschluss eine unbillige Härte darstellen würde beziehungsweise die hilflos wären, haben wir mit den Verkehrsunternehmen eine kulante Handhabung vereinbart“, so Löffler.

Das könnte Sie auch interessieren

Ergänzend dazu seien vom Verbund Plakate ausgeliefert worden, die in die Busse und an die Haltestellen gehängt werden sollten: „Da dies einen sehr hohen Aufwand bedeutet, ist es nicht gewährleistet, dass tatsächlich jedes Fahrzeug beziehungsweise jede Haltestelle ausgestattet ist.“ Bei einem Rückgang der Inzidenz – wie er sich aktuell abzuzeichnen scheint – wäre das Ganze rückabzuwickeln, was den Aufwand verdoppele: „Bei der derzeitigen Belastung des Personals in Verkehrsunternehmen ist eine Grenze erreicht“, so Löffler.

Bahn: Große Mehrheit der Reisenden hält sich an Maskenpflicht

Der Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) leitet unsere Anfrage an die Pressestelle der Deutschen Bahn weiter, sodass von dieser Seite aus lediglich eine allgemeine Auskunft erfolgt: „Die Deutsche Bahn empfiehlt ihren Fahrgästen dringend, im Sinne des Gesundheitsschutzes im Zug und auf Bahnsteigen grundsätzlich FFP2-Masken zu tragen. Dies entspricht auch den Vorgaben des Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung.“

Nach wie vor halte sich die große Mehrheit der Reisenden an die Maskenpflicht, heißt es weiter. Die Durchsetzung der gesetzlichen Vorgaben erfolge – wie schon seit Beginn der Pandemie – in einem engen und bewährten Zusammenwirken von Deutscher Bahn AG, Polizei und Ordnungsbehörden, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen habe höchste Priorität.

Das könnte Sie auch interessieren