Für die Bewohner des Hofes muss es ein richtiger Schock zur Abendstunde gewesen sein, als Flammen aus dem Kamin auf dem Dach schlugen. Sie hatten im Wohnbereich eine starke Verrauchung festgestellt und sofort den Feuerwehrnotruf 112 gewählt.

45 Einsatzkräfte aus Markdorf und Oberteuringen vor Ort

Um zu verhindern, dass sich der Kaminbrand in dem Gebäude zu einem richtigen Brand auswächst, rückten die Feuerwehren Markdorf und Oberteuringen mit drei Löschfahrzeugen und 45 Einsatzkräften an, informierte Martin Scheerer, Pressesprecher der Markdorfer Wehr, vor Ort. Da war die oberste Etage des bewohnten Hofgebäudes bereits stark verraucht.

Weitere Löschgruppenfahrzeuge kamen von der Abteilung Riedheim und vom Standort Markdorf-Stadt.
Weitere Löschgruppenfahrzeuge kamen von der Abteilung Riedheim und vom Standort Markdorf-Stadt. | Bild: Martin Scheerer

Denn wenn ein Kamin oder Schornstein anfängt zu brennen, wird es richtig gefährlich. Bei Eintreffen der ersten Kräfte aus Oberteuringen mit dem Löschgruppenfahrzeug LF10/6 war klar Funkenflug aus dem Kamin erkennbar, teilt die Feuerwehr mit.

Ursache ist, dass sich abgelagerter Ruß an der Innenseite des Kamins entzündet. Dabei können Temperaturen bis zu 1000 Grad entstehen, die Holzbalken etwa zum Brennen bringen.

Die Feuerwehren Markdorf und Oberteuringen wurden am Mittwochabend zu einem Kaminbrand in Gangenweiler gerufen.
Die Feuerwehren Markdorf und Oberteuringen wurden am Mittwochabend zu einem Kaminbrand in Gangenweiler gerufen. | Bild: Cuko, Katy

Weitere Löschgruppenfahrzeuge kamen von der Abteilung Riedheim und vom Standort Markdorf-Stadt, ebenso das Tanklöschfahrzeug, um schnell genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben.

Schornsteinfeger muss nachts auf das Dach

Einsatzleiter Daniel Kneule, der mit dem Kommandowagen ebenfalls schnell vor Ort war, veranlasste über die Leitstelle sofort die Benachrichtigung eines Schornsteinfegers. Dieser räumte den Ofen aus und kehrte den Kamin, um die brennenden Ablagerungen zu entfernen, was man am wieder verstärkten Funkenflug aus dem Kamin erkennen konnte. So wurde dann eine Verringerung der Hitzebelastung des Kamins erreicht.

Bei einem Kaminbrand können Temperaturen bis zu 1000 Grad entstehen, die Holzbalken etwa zum Brennen bringen.
Bei einem Kaminbrand können Temperaturen bis zu 1000 Grad entstehen, die Holzbalken etwa zum Brennen bringen. | Bild: Martin Scheerer
Wenn ein Kamin oder Schornstein anfängt zu brennen, wird es richtig gefährlich.
Wenn ein Kamin oder Schornstein anfängt zu brennen, wird es richtig gefährlich. | Bild: Martin Scheerer

Denn einen Kaminbrand darf man nicht mit Wasser löschen, erläuterte ein Feuerwehrmann am Rande des Einsatzes. Durch die hohen Temperaturen würde das Wasser schlagartig verdampfen, der so entstehende hohe Druck den Kamin regelrecht sprengen.

Video: Cuko, Katy

Zur Absicherung und Kontrolle wurden in jedes Stockwerk bis unter das Dach Trupps unter schwerem Atemschutz mit C-Rohr postiert, die auch mit Wärmebildkameras die Hitzeentwicklung kontrollierten.

Gegen 19 Uhr ist die Situation unter Kontrolle

Gegen 19 Uhr war die Situation unter Kontrolle, doch der Einsatz noch lange nicht beendet. Selbst Stunden nach dem Kaminbrand muss im gesamten Gebäude geprüft werden, ob sich nicht doch Bauteile entzünden könnten. Verletzt wurde nach Angaben von Martin Scheerer niemand.

Noch bis 23 Uhr war die Feuerwehr vor Ort und hielt Brandwache.
Noch bis 23 Uhr war die Feuerwehr vor Ort und hielt Brandwache. | Bild: Martin Scheerer

Zur Absicherung der Feuerwehr wurde die Schnelleinsatzgruppe des DRK Markdorf alarmiert, deren Helfer und Notarzt auch die eingesetzten Atemschutzgeräteträger medizinisch überwachten.

Erste Kräfte konnten die Einsatzstelle um 21.30 Uhr verlassen. Zur Sicherheit verblieben Einsatzkräfte aus Riedheim mit dem LF8/6 noch als Brandwache bis ca. 23 Uhr vor Ort. Die Feuerwehr war mit insgesamt 50 Einsatzkräften und 12 Fahrzeugen im Einsatz.