Zwei Pfingstferienwochen mit Gästen können mehr als zwei Monate des Stillstands nicht ausgleichen, nach den bisherigen Verlusten die Zukunftsperspektive aber zumindest wieder ein wenig rosiger ausfallen lassen. „Der Bodensee ist bereit“, sagte jedenfalls Ute Stegmann, Geschäftsführerin der Deutsche Bodensee Tourismus GmbH (DBT) bei einem Pressegespräch. „Die Betriebe geben sich alle unendlich Mühe. Es wird alles dafür getan, dass die Gäste sicher sind.“

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Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben geöffnet, in Restaurants werden Gäste vor Ort bewirtet, in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen übernachten wieder Touristen und in Hotels laufen die Vorbereitungen für den Neustart Ende der Woche. Am Montagmorgen hat Ute Stegmann nach eigenen Angaben eine Abfrage bei den Tourist-Informationen gemacht. Das Ergebnis: Erste Besucher sind vor Ort, Ratschläge der Tourist-Informationen sind gefragt und die Buchungen für die Ferienwochen ziehen an. „Ein kleiner positiver Trend ist da“, fasst die DBT-Geschäftsführerin zusammen. Klar ist aber auch: Urlaub am Bodensee – ob nun für Besucher von außerhalb oder auch Daheimbleibende – wird in diesem Jahr anders als gewohnt sein.

Was kann ich im Urlaub am Bodensee beziehungsweise in meiner Freizeit unternehmen?

Wann und unter welchen Voraussetzungen die Frei- und Strandbäder geöffnet werden dürfen, ist zumindest in Baden-Württemberg bislang nicht absehbar. Badeausflügler sind also vorerst auf öffentlich zugängliche Stellen am Seeufer, an denen keine entsprechenden Verbote gelten, angewiesen. Abgesehen davon erinnert das Freizeitangebot am Bodensee und im Hinterland tagsüber an Vor-Corona-Zeiten – zumindest von der Auswahl her. Eine Mund-Nasen-Bedeckung gehört in jedem Fall ins Tagesgepäck. Was die teilweise veränderten Öffnungszeiten sowie die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort anbelangt, empfiehlt sich vorab ein Blick auf die jeweilige Webseite oder das Portal der DBT: www.echt-bodensee.de/wirhaltenzusammen.

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Nach DBT-Angaben haben am deutschen Bodenseeufer inzwischen fast alle städtischen, staatlichen und privaten Museen wieder geöffnet. Auch Ausflügen auf die Blumeninsel Mainau, die Schlösser in Salem und Meersburg, in die Abenteuerparks in Immenstaad und Kressbronn oder den Haustierhof Reutemühle steht nichts im Wege. Pünktlich zu Beginn der Pfingstferien öffnet das Ravensburger Spieleland. „Es läuft langsam wieder an“, schilderte Frauke Kreis vom Marketing des Zeppelin Museums in Friedrichshafen. Der Effekt, dass an einem Schlechtwetter-Tag mehr los sei, habe sich am vergangenen Samstag wieder beobachten lassen. „Die Besucherzahlen, die wir gewohnt sind, sind das aber noch nicht“, so Kreis.

Wird es in den Ferien wieder rappelvoll am See und den Ausflugszielen?

Uferpromenaden und Radwege mögen das an Schönwetter-Tagen vermuten lassen, im Vergleich mit vergangenen Pfingstferien dürfte dennoch weniger los sein. Zwar rechnen die Betriebe Stegmann zufolge mit einer guten Auslastung und dass die Buchungen anziehen, bestätigt auch Hendrik Fennel, Geschäftsführer des Hotels Maier in Fischbach. Mit einem Nachfrageanstieg wie an der Nord- oder Ostsee sei das aber nicht vergleichbar. Im Hotel Maier liege der Buchungsstand für die Pfingstferien aktuell bei knapp 40 Prozent. Sehr beliebt, wenn nicht sogar beliebter als Hotelzimmer sind Ferienwohnungen. „Es gibt durchaus manche Anrufer, die zwar Urlaub machen wollen, aber derzeit auf gar keinen Fall in einem Hotel übernachten oder auf ein Restaurant angewiesen sein wollen“, so Fennel. Die Anzahl der belegbaren Zimmer sei in Baden-Württemberg nicht eingeschränkt. Ausgereizt werden solle das im Hotel Maier aber nicht. „Wir wollen es vorsichtig angehen“, sagt Fennel. Und was er über Anfragen der vergangenen Tage berichtet, lässt darauf schließend, dass das auch viele Gäste vorhaben.

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Was bedeutet das für die Gastgeber?

„Aufholen kann man das nicht“, sagt Hendrik Fennel über die zweieinhalb Monate, in denen einige Hotels zwar Geschäftsreisende beherbergten, andere aber auch einen Totalverlust zu verbuchen hatten. „Eine Buchungswelle jetzt kann den Schmerz lediglich mindern.“ Betriebswirtschaftlich sei das Jahr für Hoteliers mitunter nicht mehr zu retten. „Die Anstrengungen, die jetzt folgen, sind im August nicht vorbei, weil es mal wieder voll war“, skizziert er, „es geht um die nächsten Jahre“.

Komme ich auch ohne Auto wieder von A nach B?

Nach reduzierten Fahrplänen, aber: Es fahren Busse und es legen auch neben dem Katamaran und der Fähre zwischen Meersburg und Konstanz wieder Schiffe an und ab. Die Mehrheit der Buslinien im Bodensee-Oberschwaben-Verkehrsverbund (Bodo) ist dessen Angaben zufolge wieder nach Schulfahrplan unterwegs, Abend- und Nachtverkehre seien fast überall noch reduziert. „Vor allem in der Fahrplangestaltung bleibt es also dynamisch“, heißt es von Bodo weiter. Touristische Angebote werden aktuell noch nicht hochgefahren, die Nachfrage in den Bussen aber beobachtet. „Übervolle Busse müssen wir auf jeden Fall vermeiden, so Bodo-Prokurist Bernd Hasenfratz. Aktuell werden außerdem Trennschutzwände in Bussen montiert, damit Tickets auch wieder beim Fahrer erworben werden können. Die Räuberbahn nach Pfullendorf und die Moorbahn nach Bad Wurzach sollen ab 14. Juni wieder starten.

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Und wie sieht das auf dem See aus?

Die Schifffahrtssaison auf dem Bodensee hat am vergangenen Mittwoch begonnen. An den ersten fünf Tagen haben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) 11 000 Passagiere befördert, sagt Laura Dilger von der DBT. „Das klingt nach viel, dafür, dass ein langes Wochenende dazugehörte, ist es aber sehr wenig.“ Die BSB blicken ihr zufolge optimistisch auf die Pfingstferien. Wie an so vielen anderen Orten ist ein Mund-Nasenschutz an Bord Pflicht. Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt und zumindest aktuell dürfen die Schiffe der BSB nur baden-württembergische Häfen ansteuern. In den Pfingstferien sollten Schifffahrten nach DBT-Angaben aber auch wieder ans bayerische Seeufer führen können.

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