Seit 14. März sind die Grenzen in Europa dicht gewesen: Besonders hart traf das all jene, die in unmittelbarer Grenznähe leben, wie die meisten Menschen am Bodensee. Seit 15. Juni sind die Grenzen zwar offiziell wieder geöffnet, aber an den deutsch-österreichischen Übergängen wird nach wie vor kontrolliert. Dafür gibt es für Lindau immerhin eine gute Nachricht: Die Auf- und Abfahrt von und zur A 96 wird wieder geöffnet.

Zu- und Abfahrt zur Autobahn wird am Freitag wieder geöffnet

„Im Laufe des Freitags werden wir dafür sorgen, dass die Auf- und Abfahrt von der A 96 wieder geöffnet wird“, erklärte Matthias Knott, Sprecher der Bundespolizei in Kempten. Damit soll es spätestens am Samstag wieder möglich sein, Lindau direkt zu erreichen und auch von Lindau wieder über die Autobahn Richtung Bregenz und München zu fahren. Da täglich tausende Pendler die Grenzen passieren und an den Oster- und Pfingstfeiertage auch jede Menge Urlauber unterwegs waren, kam es teilweise zu kilometerlangen Staus.

Bislang teils zweistündige Wartezeiten vor dem Pfändertunnel

Auf österreichischer Seite standen vor dem Pfändertunnel lange Zeit Schilder, die auf die Staus hinwiesen. In den Morgen- und Abendstunden gab es vor dem Pfänder oft Blockabfertigungen mit teilweise zweistündigen Wartezeiten. Grund dafür waren die ausführlichen Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland.

Bei der Einreise von Österreich nach Deutschland wird es noch bis 11. November Grenzkontrollen geben.
Bei der Einreise von Österreich nach Deutschland wird es noch bis 11. November Grenzkontrollen geben. | Bild: Susanne Hogl

Kontrollen sollen noch bis 11. November weitergeführt werden

Die Kontrollen sollen laut Bundesinnenministeriums und Bundespolizei bei der Einreise aus Österreich nach Deutschland noch bis zum 11. November durchgeführt werden, aber nicht mehr ganz so aufwendig wie bisher. „Wir werden die Container abbauen, die Beschilderung muss geändert werden, das wird alles zeitnah geschehen“, sagt Knott. Bis es endgültig freie Fahrt Richtung Deutschland geben wird, kann es also noch einige Tage dauern. Auch an den kleinen Grenzübergängen in Lindau-Zech und Oberhochsteg soll nach Angaben der Bundespolizei weiterhin kontrolliert werden, aber nur stichprobenartig.

Wenn notwendig, könnten wieder Sperrungen kommen

Mathias Knott räumt ein, dass es möglicherweise wieder zu Sperrungen kommen kann: „Falls es notwendig werden sollte, kann es schon sein, dass stationäre Kontrollstellen zeitweise wieder aufgebaut werden müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Lindauer Landrat kritisiert verzögerte Aufhebung der Kontrollen

Froh über die Öffnung ist Lindaus Landrat Elmar Stegmann. Er hatte sich immer wieder bei der Landesregierung vergeblich für eine Grenzöffnung und Lockerungen bei den Ein- und Ausreisebestimmungen stark gemacht. „Die Grenzen zu Beginn der Pandemie zu schließen, war meines Erachtens ein notwendiger Schritt zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Wichtig sind für mich bei allen Maßnahmen die Verhältnismäßigkeit, Nachvollziehbarkeit sowie eine einheitliche Vorgehensweise. Unverständlich ist für mich daher beispielsweise, dass wir als Deutsche bereits seit 14 Tagen uneingeschränkt wieder nach Österreich fahren können, während die Österreicher erst seit Montag wieder ohne triftigen Grund unsere Grenze passieren dürfen.“ Für Unmut bei den Nachbarn in Vorarlberg sowie bei den Verkehrsteilnehmern habe außerdem die Intensität der Kontrollen auf deutscher Seite gesorgt, die zu kilometerlangen Rückstaus geführt hätten.