Das Amtsgericht hatte den Mann wegen eines brutalen Angriffs auf einen jungen Polizisten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Richter Matthias Geiser sagte dazu: „Die Strafe ist absolut angemessen.“

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Rückblende: Ende Juni morgens um halb fünf hatte der Angeklagte eine Fahrzeugkontrolle am Rande der Ravensburger Altstadt zu verhindern versucht, indem er einen 23-jährigen Streifenpolizisten mit einem brutalen Kniestoß schwer verletzte.

Beamter war wochenlang dienstunfähig

Der junge Beamte erlitt eine Absplitterung an einem Halswirbel, war wochenlang dienstunfähig und musste um seine Weiterbeschäftigung bangen. Vorher war er und sein Kollege von jungen Männern angepöbelt worden, als sie einen sichtlich angetrunkenen Autofahrer an der Weiterfahrt hindern wollten. „Da kam ein Gefühl der Hilflosigkeit auf“, sagte der Polizist, „denn wir waren ja in der Unterzahl und so etwas habe ich noch nie erlebt.“

In der Verhandlung vor der Berufungskammer mit Richter Geiser und zwei Schöffinnen ging es um die Strafzumessung des Amtsgerichts und die Frage nach einer Bewährungsstrafe, wie dies der Verteidiger Sinan Alkay (Freiburg) gefordert hatte. Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl verwies jedoch auf die erheblichen Vorstrafen des Angeklagten, den Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahre Haft und forderte mehr Respekt für die Arbeit der Streifenpolizisten, die immer als Erste an Brennpunkten seien.

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In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, er bereue die Tat wirklich, bezeichnete sie als „Kurzschlussreaktion“ und bezeichnete die zurückliegende Haftzeit als „die schlimmsten Monate meines Lebens“, zumal er seine kleine Tochter nur einmal im Monat sehen dürfe.

Richter Geiser empfahl dem Mann jedoch, sich „nicht als Opfer der Justiz“ darzustellen, denn er könne seinen rechten Weg noch finden. Offenbar beeindruckt erklärte der so Angesprochene, er nehme die Entscheidung an. Das Urteil ist damit rechtskräftig.