In Kreis Konstanz, in Ravensburg oder Villingen-Schwenningen sind zuletzt Fälle von Corona-Mutationen bestätigt worden. Im Landkreis Waldshut gibt es mittlerweile zwölf Infektionsfälle einer neuen Virus-Variante, im Kreis Lörrach sind es neun. Jetzt ist auch im Bodenseekreis erstmals eine Corona-Mutation nachgewiesen worden.

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Wie wurde die Virus-Variante entdeckt?

Wie das Landratsamt mitteilt, wird im Rahmen eines Bundesprogramms derzeit bei fünf Prozent aller im Labor festgestellten PCR-Positivbefunde eine Mutationsanalyse vorgenommen. Im Rahmen dieses Laborscreenings sind die Abstriche der beiden Personen, bei denen die Virus-Variante jetzt nachgewiesen wurde, als Stichproben untersucht worden. Beide Betroffenen leben und arbeiten im Bodenseekreis.

Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis
Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

„Die beiden Fälle stehen miteinander in Zusammenhang“, sagt Robert Schwarz, Pressesprecher des Bodenseekreises. Beide hätten dasselbe Arbeitsumfeld. Inzwischen sei im Labor auch noch ein dritter Mutationsfall im Landkreis bestätigt worden, erläutert der Kreissprecher am Sonntag. Die Person stamme aus dem „häuslichen Umfeld“ eines Betroffenen.

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Darüber hinaus gibt es im Bodenseekreis zwei Verdachtsfälle, die noch abgeklärt werden müssen. Hierbei soll es sich nach Angaben des Landratsamts um im Bodenseekreis lebende enge Kotaktpersonen eines Corona-Ausbruchs im Nachbarlandkreis Ravensburg handeln. Die Ergebnisse der Mutationsanalyse stehen noch aus.

Das Gesundheitsamt des Bodenseekreises hat eigenen Angaben zufolge sein Pandemie- und Kontaktpersonenmanagement der neuen Situation angepasst.

Was bedeutet das konkret?

So gilt für nachweislich oder mutmaßlich mit einer Virus-Variante (Mutation) infizierte Personen sowie deren Kontaktpersonen ersten Grades eine 14-tägige statt zehntägige Isolation oder Quarantäne. „Hierfür reicht der erste Nachweis einer Mutation/Variante, die Spezifizierung der Herkunftsländer ist dafür aktuell nicht erheblich“, schreibt das Landratsamt dazu.

Die betreffenden Gemeinden erhalten dafür vom Landratsamt entsprechende Muster-Verfügungen, denn der Umgang mit den neuen Virus-Varianten sei noch nicht in der aktuell gültigen Corona-Verordnung des Landes abgebildet.

Engmaschigere Testungen bei Kontaktpersonen

Bei begründeten Verdachts- oder nachgewiesenen Fällen sollen die Kontaktpersonen engmaschiger getestet werden. „Das Gesundheitsamt fordert vom bearbeitenden Labor eine Mutationsanalyse an, wenn es hier für einen konkreten Anlass gibt, beispielsweise bei positiven Testergebnissen von Personen, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind“, erläutert das Landratsamt dazu.

Im aktuellen Fall sind insgesamt acht Kontaktpersonen aus dem engeren Umfeld der beiden Erstfälle getestet worden. „Die erste Stufe der Mutationsanalyse braucht nach ersten Erfahrungswerten bisher etwa drei Tage“, sagt Robert Schwarz.

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Darüber hinaus gilt: Gibt es ein Infektionsgeschehen in einer Pflegeeinrichtung, werden hier die ersten Positivbefunde ebenfalls automatisch einer Mutationsanalyse unterzogen. Damit soll eingegrenzt werden, ob es sich um ein mögliches Ausbruchsgeschehen mit einer Virus-Variante handelt. Begründete Verdachtsfälle werden im Kontaktpersonenmanagement zunächst wie Mutationsfälle behandelt.

Landesregierung kündigt Ausweitung der Tests an

Bei der Mutationsanalyse handelt es sich nach Angaben des Landratsamts um ein mehrstufiges labordiagnostisches Verfahren. Wegen des deutlichen größeren Aufwands und des zeitlichen Verzugs sei es eine Mutationsanalyse aktuell nicht bei allen Corona-Testabstrichen möglich. Die Landesregierung hat am Samstag allerdings eine Ausweitung der Tests angekündigt, um die Coronavirus-Mutanten in Schach zu halten. Die Test-Labore sollen künftig sämtliche positiven Proben an die Labore der Universitätskliniken weiterleiten.