Eine statistische Verzerrung führt nach Angaben des Landratsamts aktuell dazu, dass die vom Landesgesundheitsamt (LGA) für den Bodenseekreis ausgewiesene Sieben-Tage-Inzidenz nicht der tatsächlichen Situation entspricht. In der ersten Februarwoche seien zunächst zu niedrige Werte veröffentlicht worden, seit etwa Mitte der zweiten Februarwoche seien die Werte „etwas höher als real“.

Verzögerungen bei der Bearbeitung gemeldeter Infektionsfälle

Hintergrund sind laut Behörde Verzögerungen bei der Bearbeitung und Registrierung gemeldeter Infektionsfälle. So seien in der ersten Februarwoche täglich weniger Fälle ans LGA weitergegeben worden, als tatsächlich beim Gesundheitsamt des Bodenseekreises eingegangen waren.

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Das wiederum hat dem Pressetext zufolge zwei Gründe: Wegen einer technischen Störung seien Daten verspätet eingegangen, außerdem sei die Zahl an Befundmeldungen aktuell so hoch, dass das an sieben Tagen in der Woche arbeitende Team des Gesundheitsamts sie Anfang Februar nicht mehr täglich aktuell bewältigen konnte.

Rückstau soll im Laufe der dritten Februarwoche abgearbeitet sein

Seit der zweiten Februarwoche können die aufgelaufenen Fälle nun mit Verzögerung nach und nach ins Meldesystem des Landes eingepflegt werden, heißt es weiter. Die längste Verzögerung bei der Registrierung habe vier Tage betragen, der Großteil der betroffenen Fälle werde mit einer Verzögerung von ein bis drei Tagen für die Landesstatistik registriert.

Das Landratsamt rechnet nach eigenen Angaben damit, dass im Laufe der dritten Februarwoche alle Rückstaus abgearbeitet sein werden und es somit keine statistische Verzerrung mehr bei der Sieben-Tages-Inzidenz gibt.

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Eine Gefährdung Betroffener habe es durch die verzögerte Datenverarbeitung nicht gegeben. Auch habe in der aktuell für ganz Baden-Württemberg geltenden Alarmstufe I der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz keine Auswirkungen auf die Corona-Regeln des Alltags oder das Agieren der lokalen Behörden.

So viele Corona-Fälle werden aktuell tatsächlich gemeldet

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle, die im Bodenseekreis aktuell pro Tag gemeldet werden, liegt dem Landratsamt zufolge in der Größenordnung von 500. Die Zahl der eingehenden Befundmeldungen sei jedoch deutlich höher. Labore und offizielle Teststellen seien nach Infektionsschutzgesetz verpflichtet, positive Befunde von Schnell- und PCR-Tests sowie Sequenzierungsbefunde der Variantenbestimmung an das örtlich zuständige Gesundheitsamt zu melden.

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Diese Daten müssten dann gesichtet und gegebenenfalls vorhandenen Fallakten zugeordnet werden, wenn es bereits einen aktuellen positiven Schnelltest- oder PCR-Befund gab. Daraus ergebe sich die Anzahl der durch einen aktuellen PCR-Befund bestätigten Fälle, die in das landeseinheitliche Meldeprogramm eingepflegt wird. Auf Basis dieser Angaben errechnet das LGA täglich die regionalen Inzidenzwerte. Nachdem dieser am Montag bei 800 gelegen hatte, war er bis Donnerstag bereits auf rund 1470 geklettert.

Außerdem meldet das Gesundheitsamt dem Pressetext zufolge neue Infektionsfälle an die jeweilige Wohnortgemeinde der betroffenen Personen und sichtet die Fallmeldungen, um eventuelle Ausbruchsgeschehen in sensiblen Bereichen wie Pflegheimen oder andere Besonderheiten zu erkennen.