Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat die nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr mit Wirkung ab Donnerstag aufgehoben. In der Nacht auf den 11. Februar soll diese letztmalig gelten. Laut des Beschlusses am Mittwoch war die pauschale Ausgangssperre hinsichtlich der verbesserten Pandemielage nicht mehr angemessen, begründete das Gericht in Mannheim.

Das Ende der Maßnahme fällt kurioserweise auf den Beginn der traditionellen Fasnetswoche. Während öffentliche Feierlichkeiten und Veranstaltungen aufgrund der Pandemie-Lage weiterhin verboten sind, stellt sich aber die Frage, welche Wirkung die Aufhebung der Maßnahme auf die Bevölkerung hat – wird der Reiz verstärkt, doch rauszugehen? Und wie werden die Ordnungsämter und Polizei zum Beginn der alemannischen Fasnet auf die wiedererlangten abendlichen Freiheiten reagieren?

„Mit verstärkten Kräften im Einsatz“

Die Pressestelle der Stadt Überlingen antwortet auf SÜDKURIER-Anfrage am Montagnachmittag: „Das Ordnungsamt und der Gemeindevollzugsdienst kontrollieren während der Fasnachtswoche gemäß der personalen Verfügbarkeit.“ Neben den Mitarbeitern des Ordnungsamts werde auch die Polizei „mit verstärkten Kräften im Einsatz sein“ und die Einhaltung der Corona-Verordnung überprüfen, heißt es weiter.

Auch nach 20 Uhr können die Menschen ab Donnerstag wieder in beleuchtete Ladenschaufenster gucken, so wie bei diesem Geschäft in der Überlinger Münsterstraße.
Auch nach 20 Uhr können die Menschen ab Donnerstag wieder in beleuchtete Ladenschaufenster gucken, so wie bei diesem Geschäft in der Überlinger Münsterstraße. | Bild: Santini, Jenna

Auf die Frage, ob bestimmte öffentliche Flächen wie Busbahnhof, Innenstadt oder Landungsplatz besonders im Auge der Ordnungshüter ist, heißt es: „Einen besonderen räumlichen Fokus für die Kontrollen gibt es aufgrund der Fasnacht nicht.“ Auch auf die Frage, ob man seitens der Stadtverwaltung davon ausgehe, dass die Überlinger Narren sich an die Corona-Regeln halten werden, konnte die Pressestelle keine Auskunft ausgeben.

„Wir setzen auf die Vernunft der Bevölkerung“

Die Pressestelle der Stadt Friedrichshafen verweist auf SÜDKURIER-Anfrage darauf, dass sich die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ausschließlich auf die Ausgangssperre zwischen 20 und 5 Uhr bezieht. „Alle weiteren Regelungen der Corona-Verordnung, insbesondere die Regeln zu Kontaktbeschränkungen und Ansammlungen, gelten weiterhin, auch die Fasnet bleibt abgesagt“, heißt es am Mittwochabend.

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„Wir setzen daher weiter auf die Vernunft der Bevölkerung, die sich in der Vergangenheit mit großer Mehrheit an die Regeln gehalten hat und gehen davon aus, dass das auch über die ‚eigentlich närrischen Tage‘ so bleibt.“ Inwiefern Kontrollen verstärkt oder mit anderen Schwerpunkten geplant werden könnten, werde man intern und in Abstimmung mit der Polizei prüfen, so die vorzeitige Auskunft.