Ein trockener Frühling, kaum Schmelzwasser und warme Temperaturen schützen die Bodenseeregion vor einer Mückenplage. „Der See hat derzeit einen niedrigen Wasserstand und potenzielle Brutstellen waren und sind trockengelegt“, sagt Biologe Gerhard Kersting, Geschäftsführer vom Naturschutzzentrum Eriskirch. Derzeit seien sehr wenig Stechmücken unterwegs. „Das ist alles sehr harmlos“, so Kersting.

Biologe Gerhard Kersting, Geschäftsführer Naturschutzzentrum Eriskirch.
Biologe Gerhard Kersting, Geschäftsführer Naturschutzzentrum Eriskirch. | Bild: Privat

Larven schlüpfen bei hohem Wasserstand

Das liegt zum einem am Wasserstand. Ab 3,90 Metern sind die Bereiche überschwemmt, in denen Schnakeneier abgelegt sind. Der Pegel in Friedrichshafen liegt – Stand Donnerstag, 9 Uhr – bei 3,56 Metern.

Schnakenweibchen legen in der Regel nur einmal in ihrem rund vierwöchigen Leben rund 100 Eier, zehn bis 20 Zentimeter von der Wasserkante entfernt im Uferbereich ab. Steigt das Wasser, können die Larven bei entsprechenden Temperaturen schlüpfen. Besonders gern halten sich Schnaken in Gebüschen im Uferbereich des Bodensees auf. Angezogen werden sie von Kohlenstoffdioxid und Wärme, nicht aber von Licht.

Eine Mücke der Art Aedes vexans.
Eine Mücke der Art Aedes vexans. | Bild: Patrick Pleul/dpa

„Die wildesten Stechmücken-Jahre waren immer mit Hochwasser verbunden. Das ist momentan nicht der Fall“, sagt Kersting. Bislang blieben große Überschwemmungen aus. Im vergangenen Jahr habe es ab Mai viel Niederschlag gegeben, dieses Jahr sei es sehr trocken und warm gewesen. Gänzlich Entwarnung kann der Biologe aber nicht geben, Mückengeplagte sollten sich nicht zu früh freuen: Sie können noch kommen.

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Lokale Unterschiede: Am See nichts, im Garten schon

Auch wenn es am Bodensee derzeit nicht nach einer Mückenplage aussieht, kann dies lokal ganz anders sein. Dafür reicht schon eine offene Regentonne in Nachbars Garten oder ein kleiner Teich in der Nähe – und es ist vorbei mit dem gemütlichen Draußensitzen auf der Terrasse oder dem Balkon.

Damit sich die Schnakenbrut in kleinsten Wassermengen nicht entwickelt, sollten alle Behälter mit Wasser mit einem dichtschließenden Deckel verschlossen werden. Auch sollten keine vergessenen Eimer mit Wasser auf längere Sicht irgendwo rumstehen – auch hier können sich die Larven gut entwickeln.

Im Frühjahr 2021 waren an der Häfler Seepromenade besonders viele Zuckmücken unterwegs.
Im Frühjahr 2021 waren an der Häfler Seepromenade besonders viele Zuckmücken unterwegs. | Bild: Cian Hartung

Das hilft gegen die Stechmücken

Wenn Stechmücken einen umfliegen, hilft es, die Haut zu bedecken und Insektenschutzmittel aufzutragen. Diese gibt es als Stifte, Cremes, Sprays oder Pflaster. Natürliche Alternativen sind beispielsweise ätherische Öle von Zitronenmelisse, Lorbeer und Lavendel. Aber auch Pflanzen wirken gegen die Blutsauger.

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