Die gute Nachricht vorweg: Vom Schwellenwert ist die Region weit entfernt. Mitte Mai hat die Politik beschlossen, rigorosere Maßnahmen zu verhängen, sollten sich im Verlauf von sieben Tagen mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Corona-Virus infizierten.

Diese Gefahr besteht derzeit nicht, die Kurven sind überall im Süden des Landes stark abgeflacht. Selbst im Landkreis Sigmaringen, der in der Region am stärksten betroffen war.

 

Insofern zeichnen die Linien ein beruhigendes Pandemie-Bild. Gleichzeitig sind sie eine Warnung vor zu viel Laissez-faire. Denn sie zeigen auch, wie schnell die Pandemie an Fahrt aufnehmen kann. Zwischen Mitte März und Anfang Mai sind die Zahlen in allen Landkreisen sprunghaft angestiegen.

Die Akzeptanz der Maßnahmen sinkt

Damals wurden Schulen und Läden geschlossen, vor allem aber haben die Menschen ihre Verhaltensweisen verändert und sich zum Beispiel nicht mehr mit anderen getroffen. Mittlerweile sinkt nicht nur die Bereitschaft, sich in seinen sozialen Kontakten einzuschränken. Generell schwindet die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen, wie eine Studie der Uni Mannheim zeigt.

Deutlich wurde das etwa in Göttingen, wo sich in den letzten Tagen mindestens 80 Menschen infiziert haben. Mehrere Großfamilien sollen sich bei privaten Feiern anlässlich des muslimischen Zuckerfestes am 23. Mai nicht an die Hygiene- und Abstandsregeln gehalten haben.

Auch in Berlin mahnen die Behörden zur Vorsicht. Der Reproduktionswert, der angibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt, ist in der Hauptstadt von unter eins auf 1,9 geklettert.

Viel los am Bodensee und im Schwarzwald

In der Region freut sich die Touristikbranche darüber, dass wieder mehr Menschen kommen. Auf der Überlinger Promenade oder am Konstanzer Hörnle war in den vergangenen sonnigen Tagen wenig von der Krise zu spüren. Untersuchungen zeigen, wie wichtig es dabei ist, sich an die Hygiene- und Abstandsvorschriften zu halten.

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Denn Menschenansammlungen sind nach wie vor nicht ungefährlich. Die Wissenschaft nimmt sogenannte Superspreading-Events mittlerweile stärker unter die Lupe, also Zusammenkünfte, bei denen eine infizierte Person unwissentlich viele andere Menschen ansteckt. Studien deuten darauf hin, dass nur eine kleine Gruppe von Infizierten für 80 Prozent der Ansteckungen verantwortlich ist.

Sofern alle Abstand halten, bleiben die Kurven hoffentlich flach. Insbesondere die folgenden. Sie zeigen die heftigste Auswirkung, die Covid-19 haben kann.

 

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