Wenn die Temperaturen sinken und die ersten Schneeflocken fallen, heißt es für die Besatzungen der Winterdienstfahrzeuge: früh aufstehen. Bereits um 2.30 Uhr gehen die Einsatzleiter auf Kontrollfahrt. Ab 3 Uhr rücken dann die Mitarbeiter in den Räum- und Streufahrzeugen aus, um Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Und auch an Sonn- und Feiertagen geht es nach Angaben des Landratsamts gerade mal eine halbe Stunde später los. 60 Männer arbeiten im Winterdienst und sind in drei Schichten unterwegs.

Der Winterdienst in Zahlen

Die B 31-neu zwischen Fischbach und Immenstaad
Die B 31-neu zwischen Fischbach und Immenstaad | Bild: Andrea Fritz

Der Winterdienst ist laut einer Mitteilung der Kreisbehörde so organisiert, dass zwischen 6 Uhr morgens und mindestens 22 Uhr die Befahrbarkeit der Straßen „nach besten Kräften gewährleistet werden soll“. Das Straßenbaumamt des Bodenseekreises ist mit seinen drei Straßenmeistereien in Markdorf, Tettnang und Überlingen dabei für ein rund 660 Kilometer langes Straßennetz zuständig. Für den Winterdienst auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften stehen laut Landratsamt 23 Räum- und Streufahrzeuge zur Verfügung.

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Auf der B 31-neu ist besondere Koordination gefragt

Neu und damit erstmals Teil des Winterdienstreviers des Stützpunkts Markdorf ist die autobahnähnliche B-31-Neubaustrecke bei Friedrichshafen. Auf dem knapp sechs Kilometer langen Abschnitt sind laut Landratsamt zwei Räumfahrzeugen gleichzeitig unterwegs, was eine besondere Koordination und Abstimmung erfordert: „Erst fährt das Fahrzeug auf der Überholspur voraus und schiebt den Schnee und Matsch nach rechts. Gleich dahinter folgt der zweite Schneepflug und wirft die kalten Massen beider Fahrstreifen an den Fahrbahnrand“, schreibt das Landratsamt in einem Pressetext.

Neues Einsatzgebiet B 31-neu: Der Unimog räumt die Überholspur, der größere Dreiachser wirft dann den Schnee beider Fahrstreifen auf die Seite
Neues Einsatzgebiet B 31-neu: Der Unimog räumt die Überholspur, der größere Dreiachser wirft dann den Schnee beider Fahrstreifen auf die Seite | Bild: Landratsamt

Depots sind gefüllt, 23 Fahrzeuge im Einsatz

Die Depots des Landkreises sind aktuell mit etwa 3000 Tonnen Streusalz und 120 000 Litern Sole gefüllt. Von insgesamt 23 Einsatzfahrzeugen sind elf kreiseigene Fahrzeuge bei den Straßenmeistereien stationiert und zwölf Fahrzeuge sind für den Winterdiensteinsatz bei externen Unternehmen angemietet. Bei Schneeverwehungen in den Höhenlagen wird zusätzlich noch eine Schneefräse eingesetzt. Ein Telematik-System in den Streu- und Räumfahrzeugen erfasst nach Angaben des Landratsamts in Echtzeit die jeweilige Position des Fahrzeuges und den aktuellen Einsatz.

Stefan Jegler und Josef Zweifel von der Straßenmeisterei in Markdorf steuern die Spezialfahrzeuge.
Stefan Jegler und Josef Zweifel von der Straßenmeisterei in Markdorf steuern die Spezialfahrzeuge. | Bild: Landratsamt

Bei der Routenplanung helfe ein Computerprogramm, das neben der Reichweite der einzelnen Fahrzeuge auch die unterschiedliche Bedeutung der Straßen berücksichtigt. Bundesstraßen, Rettungswege, gefährliche Stellen und Steigungen haben dabei oberste Priorität. „Wenn alles gut läuft und die Wetterlage günstig ist, ist das gesamte außerörtliche Straßennetz des Bodenseekreises innerhalb von drei Stunden komplett geräumt und gestreut“, so die Behörde.

Appell an alle Autofahrer

Doch auch bei der besten Vorbereitung kann aus Sicht des Landratsamts nicht ausgeschlossen werden, dass während eines länger anhaltenden Schneefalles mit einer geschlossenen Schneedecke gerechnet werden muss: „Denn die Schneepflug-Piloten können nicht überall sofort und gleichzeitig sein.“

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Die Verkehrsteilnehmer sollten daher bei Schnee und Eis Vorsicht walten lassen. Eine dem Straßenzustand angepasste Fahrgeschwindigkeit vermindere das Risiko von Unfällen. Auch komme es immer wieder zu massiven Behinderungen durch Fahrzeuge, die nicht ausreichend für den Winter ausgerüstet seien.

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Autofahrer sollten der dafür sorgen, dass ihre Fahrzeug Winterreifen mit ausreichend Profil haben, sie gegebenenfalls Schneeketten dabei haben, die Batterie funktionsfähig ist, die Scheibenwischanlage mit ausreichend frostsichere Flüssigkeit gefüllt ist, die Rundumsicht um das Fahrzeug gewährleistet ist sowie Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker frei sind.