Die Zahl der Arbeitslosen in der Bodenseeregion ist seit Beginn der Corona-Pandemie erstmals leicht gesunken. Ein Minus von 1 Prozent, meldet die Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. „Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist noch keine Trendwende“, wird Jutta Driesch von der Agentur für Arbeit in einer Mitteilung zitiert. Doch der Arbeitsmarkt stagniere und erhole sich leicht, vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe sei es zu Neu- oder Wiedereinstellungen gekommen.

Im Juli waren insgesamt 16 956 Menschen im Raum Konstanz und Ravensburg arbeitslos, 3972 von ihnen kommen aus dem Bodeseekreis und 5677 aus dem Landkreis Ravensburg. Vergleicht man die Zahlen mit dem Vormonat und Vorjahr, so seien es zwar 164 Menschen weniger als noch im Juni, aber 5774 mehr als 2019. „Das entspricht einer Steigerung von rund 50 Prozent“, so Driesch.

Die Arbeitslosenquote im Bodenseekreis sei jedoch mit 3,2 Prozent die zweitbeste im Land. „Günstiger ist die Lage nur noch im Landkreis Biberach mit 3 Prozent.“ Zum Vergleich: Der Quotendurchschnitt liegt in Baden-Württemberg weiterhin bei 4,4 Prozent.

Ausbildungsstellen noch unbesetzt

Besonders hart trifft es in diesem Jahr Schulabgänger und junge Erwachsene. Von ihnen werde nun mehr Eigeninitiative erwartet, „da keine Berufsmessen und Jobbörsen stattfinden“. Die Agenturchefin ermutigt die Jugendlichen deshalb, den August intensiv zu nutzen, um nach Ausbildungsstellen zu suchen. Trotz der Corona-Krise seien die Stellen nicht weggebrochen: Fürs neue Ausbildungsjahr haben Unternehmen und Behörden rund 5150 Lehrstellen gemeldet. „Das entspricht dem Vorjahreswert“, sagt Driesch. Und 2182 Stellen seien sogar noch unbesetzt.

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich ansonsten ein durchwachsenes Bild: Rund 5100 Stellen in der Region sind noch unbesetzt, 1600 davon neu dazu gekommen. Besonders viele Auszubildenden werden im Bereich der Produktion, Fertigung und Rohstoffgewinnung gesucht, sagt Driesch. Aber auch im Handel und Tourismus, in der Verkehrs- und Gesundheitsbranche, im Bau und in der Logistik, sei man verstärkt auf Mitarbeitersuche.

Im Hinblick auf die Kurzarbeit, meldet die Arbeitsagentur 159 neu eingegangene Anzeigen. Von Beginn der Pandemie bis Juli seien insgesamt 9296 Anzeigen für 148 513 Menschen aus der Region bei ihnen eingegangen.