Die Unternehmen in der Region sehen sich massiven Umsatz- und Auftragsrückgängen gegenüber. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Corona-Pandemie lässt unsere heimische Konjunktur abstürzen und treibt die Wirtschaft in eine tiefe Krise“, wird Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), in einer Mitteilung über die aktuellen Ergebnisse einer Konjunkturumfrage zitiert. Ähnlich wie in der schweren Krise 2008/2009 sei der Einbruch schlagartig und unerwartet für die Unternehmen gekommen – auch wenn damals die Ursachen ganz andere waren und auch nicht alle Branchen betroffen waren.

„Die Corona-Pandemie lässt unsere heimische Konjunktur abstürzen und treibt die Wirtschaft in eine tiefe Krise“, sagt Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, über die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage.
„Die Corona-Pandemie lässt unsere heimische Konjunktur abstürzen und treibt die Wirtschaft in eine tiefe Krise“, sagt Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, über die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. | Bild: Lorenz Bee/IHK

Noch beurteilen laut IHK-Umfrage 66 Prozent der Unternehmen in der Region ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. „Rund einem Drittel, 34 Prozent, geht es aber nach eigenen Angaben schlecht. Das ist ein gewaltiger Einbruch gegenüber unserer letzten Umfrage im Januar dieses Jahres“, so Buck. Vor der Krise waren in der Region noch mehr als 90 Prozent der Unternehmen mit ihrer Geschäftslage mindestens zufrieden und nur neun Prozent beklagten laut IHK-Umfrage eine schlechte Geschäftslage.

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Durch die schlechte Auftragslage blicken die Unternehmen laut IHK-Umfrage skeptisch nach vorne: 44 Prozent rechnen sogar mit einer weiteren Verschlechterung des Fortgangs ihrer Geschäfte und weitere 42 Prozent meinen, das erreichte Krisenniveau bleibe bestehen. Nur 14 Prozent haben die Hoffnung, das derzeitige Tal überwunden zu haben. Einzelhandel und Gastronomie zeigen sich durch die Schließungen besonders krisengeschüttelt.

Industrie kämpft mit massiven Einbrüchen

Aber auch die Industrie kämpft mit massiven Einbrüchen, insbesondere im Exportgeschäft, und die Unternehmen gehen nicht davon aus, dass sich das schnell ändern wird. „Die Industriebetriebe der Region Bodensee-Oberschwaben verdienen mehr als jeden zweiten Euro im Ausland. Der Ausfall der Exporte und die düsteren Aussichten wirken sich katastrophal auf die Schlüsselbranche Industrie aus,“ sagt Buck und fordert Erleichterungen für die Wirtschaft.

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Die IHK-Konjunkturumfrage zeige auch, dass die Unternehmen ihre Investitionspläne aktuell stark zurückgefahren haben. Nur noch jedes zehnte Unternehmen plant steigende Investitionen, rund ein Drittel der Unternehmen möchte noch an seinem Investitionsniveau festhalten, 35 Prozent planen mit weniger und 20 Prozent gar keine Investitionen. Besondere Risiken sehen die Unternehmen jetzt zunehmend in der In- und Auslandsnachfrage.

Buck: „Die Kurzarbeit ist ein gutes Instrument“

„Die Kurzarbeit ist ein gutes Instrument, um die Krise auch im Sinne unserer Beschäftigten halbwegs abzufedern. Die Lage ist sehr ernst. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass unser regionaler Mittelstand alle Mittel und Wege nutzen wird, um auch diese besondere Situation meistern zu können“, zeigt sich Buck zuversichtlich.

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