26 neue Corona-Infektionen sind dem Gesundheitsamt im Bodenseekreis allein am gestrigen Dienstag gemeldet worden. Während die Sieben-Tage-Inzidenz nach insgesamt 72 gemeldeten Fällen in der vergangenen Woche am Montag noch knapp unter dem ersten Warnwert von 35 Infektionen pro 100 000 Einwohner lag, wurde dieser inzwischen überschritten. Aktuell, Stand: Dienstag, liegt er bei 36,4.

Noch immer zählt der Bodenseekreis nach Angaben des Landratsamtes zu den vergleichsweise am geringsten betroffenen Regionen in Baden-Württemberg, jedoch stiegen die Fallzahlen auch hier merklich. Ein Blick auf die Entwicklungen:

Welche Maßnahmen werden ergriffen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis die 35 Infektionen pro 100 000 Einwohner übersteigt?

Das Überschreiten der 35er-Marke führt nicht automatisch zu bestimmten Maßnahmen oder Einschränkungen, erklärte Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamtes, bereits am Montag auf Anfrage. „Wir beobachten aber sehr genau, ob es bei den gemeldeten Neuinfektionen geografische oder situative Muster gibt.“ Solche Muster könnten dann durchaus dazu führen, dass behördliche Maßnahmen in Betracht gezogen werden – „sofern sie wirksam und verhältnismäßig sind“, so Schwarz.

Aktuell liege der Schwerpunkt der Virusübertragung im Bodenseekreis – soweit sich das über die Befragungen durch das Kontaktpersonenmanagement einschätzen lasse – im Privat- und Familienumfeld. 33 der in der vergangenen Woche bekanntgewordenen 72 Infektionen gehen wahrscheinlich darauf zurück. „Behördliches Eingreifen wäre hier naturgemäß rechtlich und auch praktisch sehr schwierig“, erklärt Schwarz.

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Landratsamt appelliert an Einwohner und Gäste: Regeln einhalten

Die Behörde ruft Bewohner und Gäste des Bodenseekreises dazu auf, die Hygiene- und Schutzregeln weiter zu beherzigen. „Sie helfen, sich und die Mitmenschen vor einer Infektion zu schützen und tragen dazu bei, weitere behördliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu vermeiden“, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung.

Dem Virus sei es egal, ob jemand Feierabend oder Urlaub hat. Vorsichtiges Verhalten – Abstand, häufiges Händewaschen und regelmäßiges Lüften – solle deshalb auch im Privaten „guter Ton“ sein. Das gelte vor allem, wenn man sich mit Personen trifft, die nicht zum eigenen Haushalt oder engeren Familienkreis gehören.

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Wie viele Patienten werden im Schnitt in der Fieberambulanz in Friedrichshafen getestet?

Um Haus- und Schwerpunktpraxen in der Corona-Krise zu entlasten, gibt es in Friedrichshafen seit etwas mehr als einem Monat wieder eine Fieberambulanz. Sie wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in einer Messehalle betrieben. Die Patientenkapazität der Ambulanz liegt nach Angaben des Landratsamts derzeit im Durchschnitt bei etwa 25 bis 30 Personen täglich. „Das hängt auch davon ab, ob die Patienten zusätzlich untersucht oder nur abgestrichen werden sollen. Die genannte Größenordnung geht von einer Mischung beider Patiententypen aus“, erklärt die Kreisbehörde, die sich zur Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung um die Terminierungen kümmert.

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Wurden die Kapazitäten in der Fieberambulanz zuletzt aufgestockt?

Die Ambulanz war nach der Wiederinbetriebnahme zunächst an drei Nachmittagen geöffnet. Inzwischen wurden die Kapazitäten und damit auch die Öffnungszeiten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung „dem Bedarf an die Testung von symptomatischen und auch asymptomatischen Personen angepasst“. Vor dem Hintergrund der zunehmenden grippalen Infekte sollen so die Haus- und Kinderärzte entlastet werden, damit diese den Normalbetrieb aufrechterhalten können.

Die Fieberambulanz in Friedrichshafen ist inzwischen werktags von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. In den vergangenen drei Wochen kamen pro Woche – jeweils von Montag bis Freitag – 115 bis 130 Patienten in die Ambulanz, zeigt das Landratsamt auf, mit mindestens 13 und maximal 49 Menschen an einem Tag. Aktuell sind täglich eine Ärztin oder ein Arzt, ein bis zwei Medizinische Fachangestellte sowie ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im Einsatz.

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Unter welchen Voraussetzungen kann man sich in der Fieberambulanz testen lassen?

Termine für die Fieberambulanz werden nach wie vor ausschließlich über die Hausärzte vergeben. Es gibt keine offene Sprechstunde, diese ist auch in Zukunft nicht vorgesehen. Um einen Termin zu erhalten, wenden sich Patienten also an eine ärztliche Praxis. Es erfolgt danach ein Rückruf mit Terminvergabe.

Wie sieht es an Wochenenden aus?

Am Wochenende erfolgt die Vermittlung der Patienten nach Angaben der KV durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Die Fieberambulanz war in den vergangenen beiden Wochen zusätzlich zu den Wochentagen laut Landratsamt und KV auch am Wochenende jeweils von 13.30 bis 17 Uhr besetzt.

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Neben Patienten, die über den Bereitschaftsdienst an die Fieberambulanz vermittelt werden, meldet das Gesundheitsamt Kontaktpersonen an, die zu einem Test aufgefordert wurden. Die Betroffenen kommen dann in dem ihnen mitgeteilten Zeitfenster. „Es soll auch am Wochenende explizit keine offene Sprechstunde sein, zu der jeder nach Belieben kommen kann“, so Kreissprecher Robert Schwarz.