„Die Lage wird ernst für unser Friseurhandwerk“: Das gaben Martina Otto, stellvertretende Obermeisterin und Evi Beller, Vorstandsmitglied der Friseurinnung Bodenseekreis, laut Mitteilung dem Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen (CDU) mit auf den Weg.

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Zum Gespräch hatte der stellvertretende Kreishandwerksmeister Günter Gebauer in die Kreishandwerkerschaft eingeladen, weil „die Friseure bei uns Handwerkern mit am meisten betroffen sind und am meisten leiden und wir dringend etwas für diese Branche tun müssen“.

In der Innung herrscht tiefer Frust

Der Frust war den beiden Friseurmeisterinnen bei dem Gespräch deutlich anzumerken. „Wir haben beim ersten Lockdown in unseren Innungsfachbetrieben die Hygienevorgaben zu 100 Prozent erfüllt, bei Aldi an der Kassenschlange ist die Ansteckungsgefahr erheblich größer als in unseren Salons“, ärgerte sich Otto.

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Die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen kämen bei den Friseurbetrieben kaum an oder decken in der Regel nicht einmal die Fixkosten. „Für den Inhaber bleibt praktisch nichts.“ Prekär ist auch, dass die Auszubildenden weiterhin im Betrieb sind und unterwiesen werden, ohne dass die Betriebe dafür einen Ausgleich bekommen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass derzeit kein Präsenzunterricht an den gewerblichen Schulen stattfindet. „Wir wollen natürlich, dass die Auszubildenden die Prüfungen schaffen, denn wir brauchen ja dringend Fachkräfte“, ergänzte Evi Beller.

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Die Forderungen der Branche an die Politik waren dann auch, die Hilfsmaßnahmen an kleinere Betriebe und Solo-Selbständige anzupassen, die Ausbildung, synonym dem Kurzarbeitergeld, zu unterstützen, aber ganz besonders die Friseursalons baldmöglichst wieder zu öffnen. Dies machte die Friseurinnung inzwischen auch in einem Brief an Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister Kraut und die Wahlkreisabgeordneten deutlich.

Riebsamen sagt Hilfe zu

Riebsamen war vorgewarnt, hatte ihn doch sein eigener Friseur, Ralf Heiberger aus Herdwangen-Schönach, angeschrieben und auf seine prekäre Lage aufmerksam gemacht. Entsprechend zeigte er Verständnis für die Situation der Friseurbetriebe, machte aber auch aus der Schwierigkeit der aktuellen Situation keinen Hehl. Insbesondere die Unsicherheit durch die Mutationen bereite ihm Sorge, weil dadurch die Entwicklung in den nächsten Wochen kaum eingeschätzt werden könne. Er sagte zu, die Unterstützungsprogramme nochmals zu beleuchten und darauf hinzuwirken, diese nachzuschärfen.