Zu Beginn der vierten Februarwoche galten nach Angaben des Landratsamts 4959 Corona-Infektionsfälle im Bodenseekreis als akut. Bei der Erfassung der Daten hat die Behörde seit 10. Februar Hilfe von acht Mitgliedern des Hubschraubergeschwaders 64 aus Laupheim. Sie sollen dabei helfen, einen Daten-Rückstau abzubauen, der sich seit Anfang Februar gebildet und unter anderem zu einer statistischen Verzerrung bei der Sieben-Tage-Inzidenz geführt hat.

Landratsamt stellt Verlängerungsantrag

Die Hilfeleistung war zunächst bis zum Dienstag, 22. Februar bewilligt worden. Allerdings hat die Behörde einen Verlängerungsantrag gestellt, wie Landratsamtspressesprecher Robert Schwarz auf Anfrage mitteilt.

Zwar sei man bei der Erfassung von Corona-Befundmeldungen seit etwa Mitte vergangener Woche „grundsätzlich wieder auf der Höhe“, wie Schwarz mitteilt. Allerdings sei das Aufkommen nach wie vor sehr hoch. „Es gibt auch noch vereinzelt Verzug bei der Weitergabe der Fallmeldungen an die Gemeinden als Ortspolizeibehörden.“

Neben den beschriebenen Erfassungen und Meldungen gebe es weitere Arbeitsprozesse, „die wir aktuell nicht sicher personell so abdecken können, dass sie immer unverzüglich geleistet werden“. Als Beispiele nennt Schwarz den Eingang von Schnelltestergebnissen oder Befunden, die nicht über das Labormeldesystem eingehen, sondern etwa per Fax. „Aus diesem Grund benötigen wir weiterhin zusätzliche personelle Ressourcen.“

Sieben-Tage-Inzidenz weiter mit Vorsicht zu genießen

Dass es bei der Sieben-Tage-Inzidenz eine statistische Verzerrung gibt, davon sei vorerst weiter auszugehen, so Schwarz. Denn es müsse ja immer rückblickend ein kompletter Zeitraum von sieben Tagen korrekt erfasst sein. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir das Mitte dieser Woche so feststellen können.“ Im Augenblick seien die Inzidenzwerte noch „etwas überhöht aufgrund der geballten Nacherfassung vor einigen Tagen“.

Zum Hintergrund: Das Landesgesundheitsamt meldete am Montagnachmittag, 21. Februar eine Inzidenz von 1823,3 für den Bodenseekreis.

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Weiter angespannt dürfte den aktuellen Zahlen im Corona-Wochenrückblick des Landratsamts zufolge auch die Lage in den Krankenhäusern sein: So wurden am Montag, 21. Februar 46 Menschen stationär in den Kliniken im Landkreis im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt – sieben mehr als noch in der Vorwoche. Außerdem registrierte die Behörde einen weiteren Todesfall (Vorwoche: 0). Bereits zu Beginn der vergangenen Woche informierte der Medizin-Campus Bodensee, dass die Kapazitäten in Friedrichshafen und Tettnang nahezu ausgeschöpft seien. Zusätzlich zu den Corona-Patienten machen Personalengpässe den Kliniken zu schaffen.

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Keine Angaben kann das Landratsamt seiner Pressemitteilung zufolge diesmal zur Zahl der geleisteten Impfungen in der vergangenen Woche in den Arztpraxen und Impfstützpunkten im Kreis machen. Grund sei, dass die Kassenärztliche Vereinigung an mehreren Tagen keine Daten übermittelt habe.

Noch kein Liefertermin für Novavax

Gedulden müssten sich den Angaben zufolge zudem alle, die auf einen Impftermin mit Novavax warten. Aktuell sei noch nicht bekannt, wann der Landkreis mit Impfdosen des neuen Vakzins beliefert werde.

Den Impfstoff erhalten sollen zunächst vorrangig Personen, die im Medizin- und Pflegebereich arbeiten oder von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht ab Mitte März betroffen sind. Sobald die Lieferung gesichert sei, werde der Impfstützpunkt an der Messe Friedrichshafen für die verfügbaren Impfdosen eine Online-Terminreservierung anbieten, kündigt das Landratsamt an.

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Eine Übersicht über Impfmöglichkeiten mit den Impfstoffen von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson gibt es auf der Internetseite des Landratsamts.