In der Bunten Villa der Überlinger Wiestorschule liegt das Wahllokal von Volker Mayer-Lay. Der CDU-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Bodensee geht mit seiner ganzen Familie zum Wählen. Anna-Lena Welte, die Tochter seiner Lebensgefährtin Sabine Welte, ist gerade 18 geworden und freut sich, dass sie jetzt auch mitstimmen darf.

Die Familie des Bundestagsabgeordneten am Wahlsonntag (von links): Anna-Lena, Amelie und Sabine Welte sowie Volker Volker-May.
Die Familie des Bundestagsabgeordneten am Wahlsonntag (von links): Anna-Lena, Amelie und Sabine Welte sowie Volker Volker-May. | Bild: Hilser, Stefan

Nervosität vor dem Wahlausgang ist dem Rechtsanwalt anzumerken. Der CDU gehörte im Bodenseekreis in den vergangenen Jahrzehnten zwar immer das Direktmandat, um das auch Mayer-Lay kämpft; eine Absicherung über die Landesliste hätte er nicht. Doch deuten die bundesweiten Umfragewerte darauf hin, dass es spannend werden könnte.

Mayer-Lay: „Ich darf mir wohl begründete Hoffnung machen, das Direktmandat hier im Wahlkreis gewinnen zu können. Auch wenn sich natürlich die gesamtpolitische Stimmung im Vergleich zu früheren Wahlen gewandelt hat. Entsprechend habe ich natürlich auch die Umfragewerte der letzten Wochen verfolgt, die mich sehr nachdenklich gemacht haben.“

Die Wahl dürfte ihm vermutlich nicht schwer gefallen sein: Bundestagsabgeordneter Volker Mayer-Lay bei der geheimen Wahl in der Bunten Villa der Wiestorschle in Überlingen.
Die Wahl dürfte ihm vermutlich nicht schwer gefallen sein: Bundestagsabgeordneter Volker Mayer-Lay bei der geheimen Wahl in der Bunten Villa der Wiestorschle in Überlingen. | Bild: Hilser, Stefan

Letzte Mandate als Rechtsanwalt

Erringt Mayer-Lay das Direktmandat, lässt er seinen Beruf als Rechtsanwalt ruhen. Neue Mandate nahm er zuletzt schon nicht mehr an, bestehende wolle er auslaufen lassen.

Nervosität spüre er in sich, gibt Mayer-Lay zu. Diese könne er wohl auch nicht ganz abschütteln, auch nicht mit einem gemütlichen Sonntagskaffee oder einem geplanten Spaziergang, der ihn „vielleicht über die Landesgartenschau“ führt. Dennoch meinte er: „Es fühlt sich nicht negativ an. Ich habe alles getan, was ich tun kann – nun überlasse ich es den Wählerinnen und Wählern. So ist die Demokratie, ich sehe es relativ gelassen.“ Sollte ein anderer das Direktmandat erringen, dann verändere sich in seinem Leben nicht viel, sagte er und schaute zu seiner neben ihm stehenden Lebensgefährtin. Dann werde er am Montag wieder in seine Kanzlei gehen und als Rechtsanwalt neue Mandate annehmen.

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Sorgen und Nöte der Menschen erfahren

Den Wahlkampf, sagte Mayer-Lay, habe er in jedem Fall als „eine sehr beeindruckende Zeit“ wahrgenommen: „Ich habe sehr viele Menschen mit ihren Sorgen, Nöten und Hoffnungen kennengelernt. Das hat mir auch immer wieder die Augen für Probleme geöffnet, die man im Allgemeinen nicht so sehr wahrnimmt, und man lernt sehr viel dazu. Ich fand es auch sehr gewinnbringend, sogar die letzten Ecken meiner eigenen Heimat und die Menschen dort kennen lernen zu dürfen, man schätzt seine Region danach noch einmal mehr als ohnehin schon.“