Zivile Tester werden künftig an den Eingängen der Heime Schnelltests bei Besuchern und Personal machen. Wie erlebten die Bundeswehrangehörigen den Einsatz? „Wir haben von den Besuchern und Mitarbeitern der Pflegeheime sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Diese Bestätigung war für unsere Soldaten sehr wichtig, denn sie zeigt, wie sinnvoll und gebraucht diese Hilfeleistung war“, wird Hauptmann Marcus Wohler vom Kreisverbindungskommando zitiert. Das Kreisverbindungskommando ist fester Bestandteil der Katastrophenstabsstruktur des Landkreises. Es wird aktiv, wenn zur Bewältigung einer Krisenlage die Hilfe der Bundeswehr angefordert werden soll. Wohler berichtet von sehr freundlichen Begegnungen in den Pflegeheimen. „Wir haben uns sehr willkommen gefühlt.“

2500 Arbeitsstunden und Hunderte Tests pro Tag

Seit Ende Januar 2021 hatte die Bundeswehr in 15 Pflegeheimen die Eingangstestungen übernommen, um das dortige Personal zu entlasten. Zunächst leisteten 15 Soldaten der Panzerpionierkompanie 550 der deutsch-französischen Brigade aus Stetten am kalten Markt diesen Dienst im Bodenseekreis, den zweiten Teil übernahmen 15 Soldaten des dritten Feldjägerregiments der Standorte Bruchsal, Stetten am kalten Markt und Ulm. Das Landratsamt organisierte deren Unterbringung, die Schulung durch das Rote Kreuz und die Einsatzplanung. Insgesamt wurden bei der Aktion durch die Bundeswehr etwa 2500 Arbeitsstunden geleistet. Wie das Landratsamt weiter informiert, wurden an besonders geschäftigen Tagen in größeren Einrichtungen jeweils um die 100 Schnelltests vorgenommen. „Die Arbeit der Bundeswehr war eine wichtige Hilfe in einer schwierigen Zeit“, wird dazu Roland Hund, Regionalleiter Bodenseekreis bei der Stiftung Liebenau, zitiert. „Dass dieser Einsatz so schnell und gut organisiert wurde, haben wir auch als Wertschätzung unserer Arbeit gesehen und sind dafür sehr dankbar“, erklärt er.

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Bei Ulrich Müllerschön liefen im Landratsamt die Fäden zusammen. Der Chef des Sozialamts kümmerte sich darum, dass die Pflegeheime die nötige Unterstützung bekommen. „Wir wurden in den zurückliegenden Monaten immer wieder Zeuge, wie verheerend ein Corona-Ausbruch in Pflegeheimen sein kann. Entsprechend hoch war die Motivation aller Beteiligten, mit der Unterstützungsaktion einen wirksamen Beitrag zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner in den Heimen zu leisten. Für diese außergewöhnliche und wirklich gute Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar.“

Ab Ende der Woche werden beispielsweise im Franziskuszentrum Friedrichshafen vier durch das Jobcenter vermittelte Tester im Einsatz sein, informiert das Landratsamt. Kreisweit hätten sich schon über 100 Interessierte gemeldet, die nun vermittelt werden.