Diese Woche wurde bekannt, dass es in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Salem einen Corona-Hotspot gibt. Nun gibt es auch die konkreten Zahlen vom Landratsamt: 17 Bewohner der Unterkunft wurden positiv auf das Coronavirus getestet (Stand Freitag).

Wie Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, berichtet, sei das erste positive Testergebnis am Samstag dem Gesundheitsamt gemeldet worden. „Daraufhin haben wir eine Reihentestung aller Bewohner des Hauses (Gemeinschaftsunterkunft und Anschlussunterkunft) veranlasst“, sagt Schwarz.

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Denn neben der Gemeinschaftsunterkunft, in der 22 Menschen leben, befindet sich im Haus auch eine Anschlussunterkunft der Gemeinde Salem mit 14 Bewohnern. Wie Schwarz bestätigt, kam es dort zu drei weiteren Infektionsfällen.

Wegen der vielen positiven Coronainfektionen wurden die Bewohner mit einem negativen Testergebnis vorübergehend in anderen Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises untergebracht. „Dort leben sie aber als Kontaktpersonen in Quarantäne“, betont Schwarz.

Alle Bewohner, die mit dem Coronavirus infiziert sind und die Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich momentan in Quarantäne. Das gibt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, bekannt.
Alle Bewohner, die mit dem Coronavirus infiziert sind und die Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich momentan in Quarantäne. Das gibt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, bekannt. | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

Auch die mit dem Coronavirus infizierten Bewohner der Salemer Unterkunft befinden sich in Quarantäne. Um die Versorgung der Menschen werde sich gekümmert und eine telefonische Betreuung sei eingerichtet, sagt Schwarz.

Manfred Härle, Bürgermeister von Salem: „Ein Integrationsmanager von den Johannitern und die Integrationsbeauftragte sind im regelmäßigen Austausch mit den Bewohnern.“
Manfred Härle, Bürgermeister von Salem: „Ein Integrationsmanager von den Johannitern und die Integrationsbeauftragte sind im regelmäßigen Austausch mit den Bewohnern.“ | Bild: SK

Vom Salemer Bürgermeister Manfred Härle heißt es ergänzend dazu: „Ein Integrationsmanager von den Johannitern und die Integrationsbeauftragte der Gemeinde sind im regelmäßigen Austausch mit den Bewohnern und unterstützen sie in allen Belangen.“

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Bisher ist die Flüchtlingsunterkunft in Salem die einzige im Bodenseekreis, in der es zu einer Häufung von Corona-Fällen gekommen ist. In anderen Einrichtungen habe es nach Auskünften des Landratsamtes nur Einzelfälle und Kontaktpersonen ersten Grades gegeben.

So wird die Hygiene in den Unterkünften sichergestellt

Dass es in Flüchtlingsunterkünften zu einem Ausbruch von Corona kommen kann, habe der Helferkreis für Flüchtlinge in der Gemeinde Salem bereits erwartet. Denn laut Jürgen Jung, Sprecher des Helferkreises, wohnen die Menschen dort sehr nahe beieinander und teilen sich Küchen und Bäder.

Damit eine Häufung der Corona-Fälle wie in Salem ein Einzelfall bleibt, stecke das Landratsamt viel Arbeit in Prävention und Hygienemaßnahmen. Für eine ausreichende Sauberkeit in den Flüchtlingsunterkünften im Landkreis sorgen Hauswirtschafterinnen, heißt es von Robert Schwarz.

„Regelmäßig werden Putzpläne erstellt, die Hygiene kontrolliert und durchgesetzt und Bewohner zu diesem Thema angeleitet und geschult.“
Robert Schwarz, Pressesprecher Landratsamt Bodenseekreis

Zudem bekommen die Bewohner Schulungen und Informationsmaterial zum Infektionsschutz in den Unterkünften sowie zum Verhalten im Krankheits- und Quarantänefall.

Doch Schwarz betont auch die Eigenverantwortung der Bewohner: „Eine Gemeinschaftsunterkunft ist keine geschlossene Anstalt – die Menschen leben hier weitgehend eigenverantwortlich.“ Dem schließt sich Bürgermeister Härle an. „In der Anschlussunterbringung findet kein Eingriff in die Selbstständigkeit der Menschen statt“, sagt er.

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