In den Bussen des Regionalverkehrs Bodensee-Oberschwaben (RBO) gibt es derzeit vermehrt Fahrscheinkontrollen. Stichproben hatten eine hohe Quote von Schwarzfahrern ergeben.

„Die Zwischenbilanz ist erschreckend. Bei den bisherigen Kontrollen lag die Schwarzfahrerquote zwischen 32 und 43 Prozent“, sagt Bernd Grabherr, RBO-Geschäftsführer, stellvertretend für die im Bodensee-Oberschwaben-Verkehrsverbund (Bodo) zusammengeschlossenen privaten Busunternehmen.

„Fahrschein zu kaufen, hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun“

Die Quote sei bedenklich, denn „die finanzielle Situation der Verkehrsunternehmen ist seit vielen Wochen schwierig“. Fahrer, Busse, Diesel und mehr würden durch den Verkauf der Bustickets finanziert. „Einen Fahrschein zu kaufen, hat am Ende auch etwas mit Wertschätzung zu tun“, sagt Grabherr.

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Ihm zufolge werden in der Region momentan „sanfte“ Kontrollen durchgeführt. Das bedeutet, die Fahrgäste werden stichprobenweise kontrolliert, bevor sie in den Bus einsteigen. So haben sie noch eine Chance, einen Fahrschein zu kaufen. Jedoch müssten Fahrgäste auch damit rechnen, im Bus kontrolliert zu werden, betont Grabherr. Hier wird für Schwarzfahrer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro fällig.

Bernd Grabherr, RBO-Geschäftsführer
Bernd Grabherr, RBO-Geschäftsführer | Bild: Jana Messmer

Warum die Schwarzfahrer-Quote aktuell so hoch ist, lasse sich nicht erklären. Seit Beginn der Einschränkungen wegen der Corona-Krise sei es für den RBO eine der wichtigsten Aufgaben gewesen, Fahrgäste und Busfahrer zu schützen. Deswegen seien die Fahrscheinkontrollen eingestellt worden. Der RBO betont, dass das aber kein Freifahrschein gewesen sei.

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Ein weiterer Punkt: Tickets müssen momentan online mit der Bodo-App gelöst werden. Busfahrer Petre Kirchner erzählt, dass in manchen Bussen teilweise noch das WLAN fehle. „Dann beschweren sich die Fahrgäste, dass sie kein Ticket online lösen können.“

Petre Kirchner freut sich auf die Plexiglasscheiben, die aktuell schrittweise in den Bussen installiert werden. „Dann können wir endlich wieder kontrollieren und Tickets verkaufen“, sagt er. Er fährt aktuell die Linie 7395, in den langen Busmodellen fehle teilweise noch das WLAN. „Dann beschweren sich die Fahrgäste, dass sie kein Ticket online lösen können“, verrät er. Heute habe er deshalb extra geschaut, dass er einen Bus mit WLAN auf der Strecke fahre.
Petre Kirchner freut sich auf die Plexiglasscheiben, die aktuell schrittweise in den Bussen installiert werden. „Dann können wir endlich wieder kontrollieren und Tickets verkaufen“, sagt er. Er fährt aktuell die Linie 7395, in den langen Busmodellen fehle teilweise noch das WLAN. „Dann beschweren sich die Fahrgäste, dass sie kein Ticket online lösen können“, verrät er. Heute habe er deshalb extra geschaut, dass er einen Bus mit WLAN auf der Strecke fahre. | Bild: Lena Reiner

Kirchner freue sich auf die Plexiglasscheiben, die derzeit schrittweise in den Bussen installiert werden. „Dann können wir endlich wieder normal kontrollieren und Tickets verkaufen“, sagt er.

Bis Mitte Juni sollen Busse mit Schutzabtrennungen versehen sein

Bernd Grabherr rechnet damit, dass die etwa 300 Busse bis Mitte Juni mit den Schutzabtrennungen versehen sind. „Die ersten Busse in Überlingen und auf einzelnen Linien sind schon ausgerüstet und verkaufen wieder Tickets.“

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