132 neue Lehrer durften am vergangenen Freitag im Staatlichen Schulamt Markdorf ihre Ernennungsurkunde in Empfang nehmen. 2019 waren es 123. Anderes als in den vorangegangenen Jahren wurden sie nicht alle zusammen in der Stadthalle vereidigt, sondern gruppenweise in einem Konferenzraum der Behörde. Für Carmen Huber, die das Amt erst seit wenigen Monaten leitet, war dies die erste Vereidigungszeremonie in Markdorf. „Seien Sie Vorbild“, sagte die Schulamtsdirektorin den jungen Lehrern.

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Alle 132 hätten am Freitag einen Mund-Nasen-Schutz getragen, erklärte Huber beim nachmittäglichen Pressegespräch. Sie betonte, wie wichtig es ihr sei, dass alle Lehrer die während der Pandemie verordneten Vorsichtsmaßnahmen auch unbedingt einhalten. Ebenso wichtig sei ihr indes, „dass Schule nicht zum Austragungsort politischer Konflikte wird“, unterstrich die Amtsleiterin mit Blick auf die in letzter Zeit immer öfter eingehenden – zum Teil auch juristisch begleiteten – Einsprüche von Eltern gegen die Maskenpflicht ab der fünften Jahrgangsstufe.

Viele engagierte und kreative Lehrer

Ihren Appell an die 132 neuen Lehrer zu vorbildlichem Handeln müsse sie wohl kaum an die sich schon länger im Schuldienst befindlichen Kollegen richten, versicherte Carmen Huber. Hätten die zurückliegenden Pandemie-Monate doch vor allem eines gezeigt: wie engagiert und kreativ die weitaus überwiegende Mehrheit der Lehrer in den 318 Schulen der beiden Landkreise Ravensburg und Bodenseekreis ihre Aufgaben erfüllt.

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Sehr zufrieden zeigte sich die Schulamtsleiterin auch mit den „Lernbrücken“, mit deren Hilfe in den beiden letzten Ferienwochen die coronakrisenbedingten Lerndifizite ausgeglichen werden sollten. Und über den andernorts zu beobachtenden Mangel an Grundschullehrern müsse sie auch nicht klagen, erklärte Carmen Huber. Nur an Sonderschulen werde es allmählich eng. Dort wachse der Bedarf an Pädagogen.

Wenige trüben das positive Bild

Getrübt werde das positive Bild lediglich durch jene Pädagogen, die das Risiko eingegangen sind, ihren Urlaub in Risikogebieten zu verbringen – und nun nach den Ferien in Quarantäne gehen müssen. Es seien weniger als ein Prozent. Doch fürchtet Huber, dass sie mit ihrem Verhalten die öffentliche Wahrnehmung des Berufsstands negativ beeinflussen. Dies in Zeiten, da viele Menschen um ihren Arbeitsplatz bangen, massive Einbußen hinnehmen müssen. „Während Sie“, so wandte sich Carmen Huber an die Junglehrer, „sich in einer überaus privilegierten Situation sehen dürfen“.

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Der Staat als Arbeitgeber kümmere sich um seine Beamten. „Freilich tragen Sie auch ungeheuer viel Verantwortung in diesem tollen Job.“ Schließlich gelte es an der Zukunft junger Menschen mitzuwirken.

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